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Chinesische Fürstin mit Knaben

Ident. Nr.: 1928,105

ObjID: obj:3717565

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Ludwigsburger Porzellanmanufaktur (exist. 1758-2016)
Entwurf: Joseph Weinmüller (1746–1812),
Modelleur*in
Datierung
Ausführung: um 1765
Geografische Bezüge
Entstehungsort: Ludwigsburg
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 27,5 x 15,5 x 12 cm

Objektbeschreibung

Stehende weibliche Figur mit Diadem und Schulterschleier. Die Hände hat sie vor dem Schoß ineinandergelegt. An ihrer rechten Seite ein Knabe, der ursprünglich einen Sonnenschirm in den Händen hielt. Die Figuren sind bunt und golden staffiert: Die Frau trägt ein unter der Brust gegürtetes weißes, tunikaartiges Obergewand mit goldenen und blauen Blumen, darunter einen golden gestreiften und bunt geblümten Rock und gelbe Schuhe. Der Knabe hat ein blassgrünes Gewand mit roter Schärpe und roten Schnabelschuhen. Die Gruppe steht auf einem Felssockel mit Baumstumpf. Das Pendant eines chinesischen Fürsten mit Knaben befindet sich ebenfalls im Bestand des Kunstgewerbemuseums (Inv. Nr. 1928,104) // Der Bildhauer Joseph Weinmüller, dem die Ludwigsburger Chinesengruppen zugeschrieben werden, war später als Großbildhauer in Wien und Augsburg (Kloster Ottobeuren) tätig. // ClKa

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa