Details (Expert)
- Datierung
- ca. 1870–1890
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Ferrotypie auf dünnem Blechplättchen
- Abmessungen
- Gewicht: 7 gHöhe x Breite x Tiefe: 8,1 x 6,2 x 0,1 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/3753539
Objektbeschreibung
Hochformat, Unikat, Porträt. Die Ferrotypie zeigt einen Mann, der auf einem Stuhl sitzt.
Er schaut die Betrachter*innen frontal an. Seine Beine sind übereinandergeschlagen, die Arme vor der Brust verschränkt. Er trägt einen Strohhut mit breiter Krempe, dunkle kurze Haare sind zu erkennen. Er trägt ein dunkles Hemd mit weißen Applikationen an Kragen und im Brustbereich, am rechten Ellenbogen ist ein Ellenbogenschoner appliziert. Darüber trägt er eine Latzhose mit Streifen sowie Stiefel. Die Wangen sind leicht rötlich koloriert.
Er sitzt in einem Innenraum, neben seinem Stuhl ist noch das Ende einer gepolsterten Bank zu erkennen, hinter ihm ein Gesims mit Blumenvase sowie ein Foto in einem Bilderrahmen. Der Fußboden ist von einem Teppich mit floralem Muster bedeckt.
Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Über die dargestellten Personen gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen.
Das Porträt ist typisch für seine Zeit: Auf Grund der Diskrepanz zwischen der Kleidung, die auf körperliche Arbeit hinweist und der gehobenen Ausstattung des Innenraums ist davon auszugehen, dass die Aufnahme in einem Fotostudio entstanden ist. Der Innenraum sieht deshalb häufig repräsentativer aus, als es die tatsächlichen Lebensumstände der Porträtierten erlaubte. Auch die partielle Kolorierung der Wangen in rot war durchaus gebräuchlich, um die Fotografien lebendiger erscheinen zu lassen.
Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.
Er schaut die Betrachter*innen frontal an. Seine Beine sind übereinandergeschlagen, die Arme vor der Brust verschränkt. Er trägt einen Strohhut mit breiter Krempe, dunkle kurze Haare sind zu erkennen. Er trägt ein dunkles Hemd mit weißen Applikationen an Kragen und im Brustbereich, am rechten Ellenbogen ist ein Ellenbogenschoner appliziert. Darüber trägt er eine Latzhose mit Streifen sowie Stiefel. Die Wangen sind leicht rötlich koloriert.
Er sitzt in einem Innenraum, neben seinem Stuhl ist noch das Ende einer gepolsterten Bank zu erkennen, hinter ihm ein Gesims mit Blumenvase sowie ein Foto in einem Bilderrahmen. Der Fußboden ist von einem Teppich mit floralem Muster bedeckt.
Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Über die dargestellten Personen gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen.
Das Porträt ist typisch für seine Zeit: Auf Grund der Diskrepanz zwischen der Kleidung, die auf körperliche Arbeit hinweist und der gehobenen Ausstattung des Innenraums ist davon auszugehen, dass die Aufnahme in einem Fotostudio entstanden ist. Der Innenraum sieht deshalb häufig repräsentativer aus, als es die tatsächlichen Lebensumstände der Porträtierten erlaubte. Auch die partielle Kolorierung der Wangen in rot war durchaus gebräuchlich, um die Fotografien lebendiger erscheinen zu lassen.
Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.
Letzte Aktualisierung: 24.08.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum Europäischer Kulturen
E-Mail:
mek@smb.spk-berlin.de