Logo

Heimarbeit (1. Zustand, Druck vor der Schrift)

Ident. Nr.: 355-1927

ObjID: obj:3814652

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Käthe Kollwitz (1867 - 1945),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1925 (vor April)
Geografische Bezüge
Berlin,
Stadt
Provenienz
Käthe Kollwitz (1867-1945),
bis 21.12.1927
Abmessungen
Bedruckte Bildfläche: 32,9 x 42,7 cm
Blattmaß: 43,7 x 52,7 cm
Erwerbung
1927 Ankauf von der Künstlerin

Objektbeschreibung

Mit der [im finalen] Zustand [Fassung B, #vgl. Ident. Nr. AM 184-1968]  hinzugekommenen Schrift erschien die Darstellung 1925 als Plakat der Deutschen Heimarbeit-Ausstellung, die vom 28. April bis zum 15. Mai 1925 in den Landesausstellungshallen in Berlin-Alt-Moabit stattfand. Veranstalterin war die Gesellschaft für Soziale Reform. Als Zeichen ihrer Identifikation mit den ausgebeuteten Heimarbeiterinnen trägt die Frau die Gesichtszüge der Künstlerin.
Bereits 1906 hatte Kollwitz mit einem lithographierten Plakat auf die Notlage der deutschen Heimarbeiterin aufmerksam gemacht (Plakat der deutschen Heimarbeit-Ausstellung, Berlin 1906 [#vgl. Ident.-Nr. 42-1912] und durch seinen Realismus den Unwillen der Kaiserin erregt. Auf ihr Einschreiten hin hatte dieses damals von den Litfaßsäulen entfernt werden müssen.

(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 143-144, Kat.-Nr. 175)

Letzte Aktualisierung: 13.01.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Der Teufel sät Unkraut (Matt. XIII, 25)

Der Teufel sät Unkraut (Matt. XIII, 25)

Nach dem Verlorenen Sohn ist der Teufel, der, während die Landarbeiter schlafen, Unkraut zwischen den Weizen sät, wohl das um 1600 am häufigsten dargestellte Gleichnis Jesu. De Gheyn zeigt sich in der Weise, wie die ganze Landschaft von einer Spannung ergriffen wird, die in der Hauptfigur kulminiert, als einer der führenden Manieristen. Obwohl Studienzeichnungen erhalten sind, in denen das Modell dem links am Baum Schlafenden ähnelt, wird jede Naturwahrheit zugunsten des Ausdrucks zurückgestellt. Von dem in Bewegungsrichtung des feindlichen Sämannes abschüssigen Feld über die bizarren Kopfweiden bis zu den Pilzen, die vorn ganz unwahrscheinlich auf dem frisch gepflügten Acker sprießen, kündigt sich Unheil an, das nicht nur durch den Teufel versinnbildlicht wird, sondern auch in den Hexenreitern am brodelnden Himmel, mit denen der Zeichner weit über den Bibeltext hinausgreift. Im scharfen Gegensatz dazu stehen rechts die idyllisch schlafende Gruppe und links die ruhigen Tiere, die schweren Säcke mit dem Saatgut und der nach dem reichlichen Mittagsmahl ruhende Arbeiter. In diesen Themen ist de Gheyn auf der Höhe der Zeit; auch andere Künstler wie vor allem A. Bloemaert zeichnen in diesen Jahren das bäuerliche Leben, wobei der Ton immer auf Muße und Verfall liegt. Die biblische Geschichte gibt de Gheyn die Möglichkeit, dies mit Zügen seiner Hexensabbat-Darstellungen zu verbinden, mit denen er Salvator Rosa vorangeht.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 190, Kat. IV.31 (mit weiterer Literatur)