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Der Fahnenträger

Ident. Nr.: 112-1938

ObjID: obj:3827536

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Lovis Corinth (1858 - 1925),
Radierer*in
Ausführung: E. A. Seemann Verlag (1861 - 2003),
Verleger*in
Datierung
Herstellung: 1919 (1920)
Provenienz
Heinrich Stinnes (1867-1932),
bis 4.11.1932
Nachlass/Vermächtnis: Hanns Heinz Stinnes (1901-1903), Vorbesitzer,
4.11.1932-19.5.1938
Moderne Graphik aus der Sammlung Dr. Heinrich Stinnes, II. Teil, Kunstantiquariat und Kunstversteigerer Reinhold Puppel (58. Auktion),
19.5.-20.5.1938
Material / Technik
Kaltnadelradierung, Probedruck
Abmessungen
Plattenrand: 32 x 24,5 cm
Blattmaß: 40,5 x 28,5 cm
Erwerbung
1938 Geschenk eines Ungenannten, von diesem erworben auf Auktion 58 des Kunstantiquariats Reinhold Puppel, Berlin (19./20.5.1938, Los 158) zur Moderne-Sammlung Dr. Heinrich Stinnes (Vorbesitzer bis 1932)

Objektbeschreibung

Kaum ein Jahr nach der Beschlagnahmeaktion „Entartete
Kunst“ gelangten zwei Werke Corinths aus der riesigen
Graphik-Sammlung des Kölner Unternehmers Heinrich
Stinnes (1867 – 1932) ans Kupferstichkabinett, wie der
rote Stempel auf dem Blatt bezeugt. Der unbekannte Stifter
hatte die Werke im Mai bei dem Berliner Kunstantiquariat
Reinhold Puppel ersteigert. Die Graphik wurde
für die reguläre Lagerung im Depot auf Karton aufgezogen
und mit dem damaligen Prägestempel des Museums
versehen. Das im Zentrum befindliche Hakenkreuz wurde
nach 1945 getilgt. Auffallend ist die Beschriftung mit
blauem Stift, welche das Blatt als Probedruck des Leipziger
Verlags E. A. Seemann kennzeichnet.

Letzte Aktualisierung: 11.05.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)