Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Kāma-Bhūmi: sieben Ringgebirge in Seitenansicht; unterer Teil: Yugandhara, Īsadhara, Karavīka, Sudassana sowie Nemindhara, Vinataka, Assakaṇṇa
Ident. Nr.: II 650 049r-050r
ObjID: obj:3831650
Details (Expert)
- Beteiligte
- Somdet Phra Sangkharat (1776); InschriftKempermann (1882); Archive
- Datierung
- Datierung: Dienstag, 24. September 1776
- Systematik/Art
- Weitere Titel
- Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Kāma-Bhūmi: sieben Ringgebirge in Seitenansicht; unterer Teil: Yugandhara, Īsadhara, Karavīka, Sudassana sowie Nemindhara, Vinataka, AssakaṇṇaÜbersetzung: Illuminated cosmological manuscript Traiphum (“Three Worlds”); Kāma-Bhūmi: seven ring mountains in side view; lower part: Yugandhara, Īsadhara, Karavīka, Sudassana, as well as Nemindhara, Vinataka, Assakaṇṇa
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Khoi-Manuskript (samut khòi) im Leporello-Format; schwarze Tinte, Deckfarben und Goldtusche auf graubraunem (weißgrundigem) Khoi-Papier, dunkelbraun lackierter hölzerner Einbanddeckel
- Abmessungen
- Blattmaß: 24,5 x 50,0 cm (Maße einer Faltseite; Höhe x Breite; Breite parallel zur Faltkante)Länge: 33,3 m (Gesamtlänge des vollständig entfalteten Manuskripts; recto und verso jeweils 33,3 m; 136 Faltsegmente)Höhe: 8 cm (Gesamthöhe des zusammengefalteten Manuskripts einschließlich der Einbanddeckel)Gewicht: 5,6 kg
- Erwerbung
- Erwerbung von Gerolamo Emilio Gerini 1895
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/3831650
Objektbeschreibung
Zwei mythische Garuda-Vögel auf dornigem Baum
An den Hängen des Weltenbergs Meru soll sich ein mythischer Wald namens Garutmatvan befinden. Dort leben die Garudas: mythische Vögel, halb Adler, halb Mensch. Die Garudas gelten als Erzfeinde der Schlangen. In den Mythen schützen sie den Berg Meru gegen feindliche Attacken aus der Unterwelt. Im Bild ist ein Garuda- Paar in seinem „Nest“ auf einem Dornenbaum am Ufer eines Lotosteichs dargestellt.
An den Hängen des Weltenbergs Meru soll sich ein mythischer Wald namens Garutmatvan befinden. Dort leben die Garudas: mythische Vögel, halb Adler, halb Mensch. Die Garudas gelten als Erzfeinde der Schlangen. In den Mythen schützen sie den Berg Meru gegen feindliche Attacken aus der Unterwelt. Im Bild ist ein Garuda- Paar in seinem „Nest“ auf einem Dornenbaum am Ufer eines Lotosteichs dargestellt.
Der Weltenberg Meru und die sieben Ringkontinente (in Seitenansicht)
Im
Mittelpunkt des buddhistischen Universums steht der unvorstellbar hohe
Berg Meru. Er ist die zentrale senkrechte Weltachse, dargestellt in den
fols. 039r-056r als vierfarbiger Streifen in der Mitte. Seine vier
Seiten bestehen aus Silber, Smaragd, Kristall und Gold (daher die vier
Farben). Umgeben ist der Berg Meru von sieben Ringkontinenten, die nach
außen hin immer niedriger werden. Zwischen den Kontinenten und jenseits
davon sind Ozeane.
Die Erzählung von den drei Welten: eine buddhistische Vision des Kosmos
Nach alter buddhistischer Vorstellung besteht der Kosmos aus drei Welten (trai-bhumi): Ganz unten ist die Welt sinnlichen Begehrens (kama-bhumi) mit Höllen, Unterwelten, mit der Menschenwelt und unteren Himmeln. Darüber liegt mit weiteren Himmeln die Welt der Form (rupa-bhumi). Ganz oben in der Welt des Formlosen (arupa-bhumi) ist jedes Begehren ausgelöscht: Die Erlösung ist nahe. Gute oder schlechte Taten entscheiden darüber, wo man wiedergeboren wird.
Nach alter buddhistischer Vorstellung besteht der Kosmos aus drei Welten (trai-bhumi): Ganz unten ist die Welt sinnlichen Begehrens (kama-bhumi) mit Höllen, Unterwelten, mit der Menschenwelt und unteren Himmeln. Darüber liegt mit weiteren Himmeln die Welt der Form (rupa-bhumi). Ganz oben in der Welt des Formlosen (arupa-bhumi) ist jedes Begehren ausgelöscht: Die Erlösung ist nahe. Gute oder schlechte Taten entscheiden darüber, wo man wiedergeboren wird.
Lesung und Übersetzung Thai: Peera Panarut, veröffentlicht als: Panarut, Peera, trans. 2026. Reading of the Berlin Traiphum (II 650, Museum für Asiatische Kunst, Stiftung Preußischer Kulturbesitz). Berlin. https://doi.org/10.58159/20260927-000
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/
Literatur zu diesen Folios:
Stoye 2023: S. 80–81; Fig. 9
Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/
Literatur zu diesen Folios:
Stoye 2023: S. 80–81; Fig. 9
Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).
Letzte Aktualisierung: 05.11.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum für Asiatische Kunst
E-Mail:
aku@smb.spk-berlin.de