Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Jambudīpa: Vessantara-Jātaka: o.: Darbietungen von Akrobaten und Musikanten umrahmen die Rückkehr des Prinzen, Teil 2 (als Bild); u.: zu Fuß gelangen Prinz Vessantara und seine Familie zur Stadt der Ceta-s (als Bild), laut Beischrift: Kapitel „Nr. 4 Vanapavesa“
Ident. Nr.: II 650 067v-068v
ObjID: obj:3832457
Details (Expert)
- Beteiligte
- Somdet Phra Sangkharat (1776); InschriftKempermann (1882); Archive
- Datierung
- Datierung: Dienstag, 24. September 1776
- Systematik/Art
- Weitere Titel
- Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Jambudīpa: Vessantara-Jātaka: o.: Darbietungen von Akrobaten und Musikanten umrahmen die Rückkehr des Prinzen, Teil 2 (als Bild); u.: zu Fuß gelangen Prinz Vessantara und seine Familie zur Stadt der Ceta-s (als Bild), laut Beischrift: Kapitel „Nr. 4 Vanapavesa“Übersetzung: Illuminated cosmological manuscript Traiphum (“Three Worlds”); Jambudīpa: Vessantara-Jātaka: top: performances by acrobats and musicians accompany the prince’s return, part 2 (image); bottom: Prince Vessantara and his family reach the city of the Cetas on foot (image), according to the caption: chapter “No. 4 Vanapavesa”
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Khoi-Manuskript (samut khòi) im Leporello-Format; schwarze Tinte, Deckfarben und Goldtusche auf graubraunem (weißgrundigem) Khoi-Papier, dunkelbraun lackierter hölzerner Einbanddeckel
- Abmessungen
- Blattmaß: 24,5 x 50,0 cm (Maße einer Faltseite; Höhe x Breite; Breite parallel zur Faltkante)Länge: 33,3 m (Gesamtlänge des vollständig entfalteten Manuskripts; recto und verso jeweils 33,3 m; 136 Faltsegmente)Höhe: 8 cm (Gesamthöhe des zusammengefalteten Manuskripts einschließlich der Einbanddeckel)Gewicht: 5,6 kg
- Erwerbung
- Erwerbung von Gerolamo Emilio Gerini 1895
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/3832457
Objektbeschreibung
Darbietungen von Akrobaten und Musikanten umrahmen die Rückkehr des Prinzen (fols. 067v-068v oben)
Der Königshof bietet alle Mittel auf, um der Rückkehr des Prinzen Glanz zu verleihen. Neben dem prächtigen Schmuck der Reittiere, der Festkleidung des zahlreich vertretenen Hofstaates, neben Ehrenschirmen und Standarten unterstreichen auch Darbietungen von Schaustellern, Akrobaten und Musikanten am Rande des eindrucksvollen Zuges die Festlichkeit des außergewöhnlichen Momentes.
Der Königshof bietet alle Mittel auf, um der Rückkehr des Prinzen Glanz zu verleihen. Neben dem prächtigen Schmuck der Reittiere, der Festkleidung des zahlreich vertretenen Hofstaates, neben Ehrenschirmen und Standarten unterstreichen auch Darbietungen von Schaustellern, Akrobaten und Musikanten am Rande des eindrucksvollen Zuges die Festlichkeit des außergewöhnlichen Momentes.
Zu Fuß gelangen Prinz Vessantara und seine Familie zur Stadt der Cetas (fols. 067v-068v unten)
Nachdem Prinz Vessantara Zugtiere und Kutsche verschenkt hat, muss er mit Frau und Kindern zu Fuß durch Wildnis weiterziehen. Schließlich gelangt die Familie zur Stadt der Cetas. Deren Bewohner (links) empfangen sie ehrerbietig. Die Cetas sind bestürzt, dass ein Königspaar zu Fuß des Weges kommt. Erst bieten sie Vessantara Vermittlung im Konflikt mit seiner Heimat an, schließlich laden sie ihn ein, ihr König zu werden. Doch Vessantara lehnt ab. Er möchte weiter, zum Ort seiner Verbannung.
Nachdem Prinz Vessantara Zugtiere und Kutsche verschenkt hat, muss er mit Frau und Kindern zu Fuß durch Wildnis weiterziehen. Schließlich gelangt die Familie zur Stadt der Cetas. Deren Bewohner (links) empfangen sie ehrerbietig. Die Cetas sind bestürzt, dass ein Königspaar zu Fuß des Weges kommt. Erst bieten sie Vessantara Vermittlung im Konflikt mit seiner Heimat an, schließlich laden sie ihn ein, ihr König zu werden. Doch Vessantara lehnt ab. Er möchte weiter, zum Ort seiner Verbannung.
Die Geschichte vom Prinzen Vessantara
Im Theravada-Buddhismus ist die populärste und wichtigste Vorgeburtsgeschichte des Buddha die Geschichte vom Prinzen Vessantara (Jataka Nr. 547). Von zartem Alter an hat Prinz Vessantara den tiefen Wunsch zu schenken. In seiner grenzenlosen Freigiebigkeit verschenkt er einen kostbaren Staatselefanten, seinen Wagen, schließlich sogar seine Kinder und Ehefrau. Damit beweist er seine Fähigkeit ̶ emotionale Bindung aufgeben zu können, eine der wichtigsten Voraussetzungen auf dem Weg zur Erleuchtung.
Im Theravada-Buddhismus ist die populärste und wichtigste Vorgeburtsgeschichte des Buddha die Geschichte vom Prinzen Vessantara (Jataka Nr. 547). Von zartem Alter an hat Prinz Vessantara den tiefen Wunsch zu schenken. In seiner grenzenlosen Freigiebigkeit verschenkt er einen kostbaren Staatselefanten, seinen Wagen, schließlich sogar seine Kinder und Ehefrau. Damit beweist er seine Fähigkeit ̶ emotionale Bindung aufgeben zu können, eine der wichtigsten Voraussetzungen auf dem Weg zur Erleuchtung.
Lesung und Übersetzung Thai: Peera Panarut, veröffentlicht als: Panarut, Peera, trans. 2026. Reading of the Berlin Traiphum (II 650, Museum für Asiatische Kunst, Stiftung Preußischer Kulturbesitz). Berlin. https://doi.org/10.58159/20260927-000
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/
Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/
Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).
Letzte Aktualisierung: 02.11.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum für Asiatische Kunst
E-Mail:
aku@smb.spk-berlin.de