Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Jambudīpa: Vessantara-Jātaka: l. o.: Prinz Vessantara verschenkt den Staatselefanten (als Bild), laut Beischrift: Kapitel „Nr. 2 Himavanta“; l. u.: auf dem Weg in die Verbannung verschenkt Prinz Vessantara seinen Wagen (als Bild), laut Beischrift: Kapitel „Nr. 3 Dāna“; r. o.: Pilgerkarte, Teil 1; r. u.: Amittatāpana beauftragt ihren greisen Mann Jūjaka, die Kinder des Prinzen Vessantara als Sklaven zu erbitten (als Bild)
Ident. Nr.: II 650 069v-070v
ObjID: obj:3832458
Details (Expert)
- Beteiligte
- Somdet Phra Sangkharat (1776); InschriftKempermann (1882); Archive
- Datierung
- Datierung: Dienstag, 24. September 1776
- Systematik/Art
- Weitere Titel
- Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Jambudīpa: Vessantara-Jātaka: l. o.: Prinz Vessantara verschenkt den Staatselefanten (als Bild), laut Beischrift: Kapitel „Nr. 2 Himavanta“; l. u.: auf dem Weg in die Verbannung verschenkt Prinz Vessantara seinen Wagen (als Bild), laut Beischrift: Kapitel „Nr. 3 Dāna“; r. o.: Pilgerkarte, Teil 1; r. u.: Amittatāpana beauftragt ihren greisen Mann Jūjaka, die Kinder des Prinzen Vessantara als Sklaven zu erbitten (als Bild)Übersetzung: Illuminated cosmological manuscript Traiphum (“Three Worlds”); Jambudīpa: Vessantara-Jātaka: top left: Prince Vessantara gives away the state elephant (image), according to the caption: chapter “No. 2 Himavanta”; bottom left: on the way into exile, Prince Vessantara gives away his chariot (image), according to the caption: chapter “No. 3 Dāna”; top right: pilgrimage map, part 1; bottom right: Amittatāpana charges her aged husband Jūjaka with asking for Prince Vessantara’s children as slaves (image)
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Khoi-Manuskript (samut khòi) im Leporello-Format; schwarze Tinte, Deckfarben und Goldtusche auf graubraunem (weißgrundigem) Khoi-Papier, dunkelbraun lackierter hölzerner Einbanddeckel
- Abmessungen
- Blattmaß: 24,5 x 50,0 cm (Maße einer Faltseite; Höhe x Breite; Breite parallel zur Faltkante)Länge: 33,3 m (Gesamtlänge des vollständig entfalteten Manuskripts; recto und verso jeweils 33,3 m; 136 Faltsegmente)Höhe: 8 cm (Gesamthöhe des zusammengefalteten Manuskripts einschließlich der Einbanddeckel)Gewicht: 5,6 kg
- Erwerbung
- Erwerbung von Gerolamo Emilio Gerini 1895
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/3832458
Objektbeschreibung
Prinz Vessantara verschenkt den Staatselefanten, der Regen bringt (fol. 069v oben)
Eines Tages kommen Abgesandte des Königreiches Kaliṅga, in dem Dürre herrscht, zu Prinz Vessantara, dem Jungkönig des Sivi-Reiches. Sie wissen um die grenzenlose Freigiebigkeit des Prinzen. So bitten sie ihn um seinen kostbaren weißen Staatselefanten, der Regen bewirken kann. Vessantara erfüllt ihren Wunsch: auf dem Elefanten thronend übergießt er die Hände der unten Bittenden mit Wasser und besiegelt so die Schenkung. Erzürnt verbannen die Bewohner des Sivi-Königreichs ihren Prinzen.
Eines Tages kommen Abgesandte des Königreiches Kaliṅga, in dem Dürre herrscht, zu Prinz Vessantara, dem Jungkönig des Sivi-Reiches. Sie wissen um die grenzenlose Freigiebigkeit des Prinzen. So bitten sie ihn um seinen kostbaren weißen Staatselefanten, der Regen bewirken kann. Vessantara erfüllt ihren Wunsch: auf dem Elefanten thronend übergießt er die Hände der unten Bittenden mit Wasser und besiegelt so die Schenkung. Erzürnt verbannen die Bewohner des Sivi-Königreichs ihren Prinzen.
Auf dem Weg in die Verbannung verschenkt Prinz Vessantara seinen Wagen (fol. 069v unten)
Wegen seiner grenzenlosen Freigiebigkeit wird Prinz Vessantara aus seinem Königreich verbannt. Seine Frau Maddī und seine beiden Kinder ziehen mit ihm in die Waldeinsamkeit. Zunächst wird ihr prächtiger Wagen von Pferden gezogen. Doch schon bald verschenkt Vessantara die Rosse. In Gazellen verwandelte Götter ziehen den Wagen weiter. Schließlich verschenkt Vessantara auch den Wagen. Im Bild besiegelt Vessantara gerade die Schenkung durch Übergießen der Hände des Beschenkten mit Wasser.
Wegen seiner grenzenlosen Freigiebigkeit wird Prinz Vessantara aus seinem Königreich verbannt. Seine Frau Maddī und seine beiden Kinder ziehen mit ihm in die Waldeinsamkeit. Zunächst wird ihr prächtiger Wagen von Pferden gezogen. Doch schon bald verschenkt Vessantara die Rosse. In Gazellen verwandelte Götter ziehen den Wagen weiter. Schließlich verschenkt Vessantara auch den Wagen. Im Bild besiegelt Vessantara gerade die Schenkung durch Übergießen der Hände des Beschenkten mit Wasser.
Amittatāpana beauftragt ihren greisen Mann Jūjaka, die Kinder des Prinzen Vessantara als Sklaven zu erbitten (fol. 070v unten)
Im Dorf Duniviṭṭha dient die junge Amittatāpana ihrem greisen Mann Jūjaka mit Eifer. Daraufhin hadern andere Ehemänner des Dorfes mit ihren weniger ergebenen Frauen. Schließlich wird Amittatāpana von den anderen Dorffrauen am Dorfbrunnen gemobbt. Um diese unerträgliche Situation zu beenden, will Jūjaka mit dem großen Krug zunächst selbst Wasser holen gehen und so seiner Frau dienen. Doch seine Frau bittet ihn, vom freigiebigen Prinzen Vessantara dessen Kinder als Haussklaven zu erbitten.
Im Dorf Duniviṭṭha dient die junge Amittatāpana ihrem greisen Mann Jūjaka mit Eifer. Daraufhin hadern andere Ehemänner des Dorfes mit ihren weniger ergebenen Frauen. Schließlich wird Amittatāpana von den anderen Dorffrauen am Dorfbrunnen gemobbt. Um diese unerträgliche Situation zu beenden, will Jūjaka mit dem großen Krug zunächst selbst Wasser holen gehen und so seiner Frau dienen. Doch seine Frau bittet ihn, vom freigiebigen Prinzen Vessantara dessen Kinder als Haussklaven zu erbitten.
Die Geschichte vom Prinzen Vessantara
Im Theravada-Buddhismus ist die populärste und wichtigste Vorgeburtsgeschichte des Buddha die Geschichte vom Prinzen Vessantara (Jataka Nr. 547). Von zartem Alter an hat Prinz Vessantara den tiefen Wunsch zu schenken. In seiner grenzenlosen Freigiebigkeit verschenkt er einen kostbaren Staatselefanten, seinen Wagen, schließlich sogar seine Kinder und Ehefrau. Damit beweist er seine Fähigkeit ̶ emotionale Bindung aufgeben zu können, eine der wichtigsten Voraussetzungen auf dem Weg zur Erleuchtung.
Im Theravada-Buddhismus ist die populärste und wichtigste Vorgeburtsgeschichte des Buddha die Geschichte vom Prinzen Vessantara (Jataka Nr. 547). Von zartem Alter an hat Prinz Vessantara den tiefen Wunsch zu schenken. In seiner grenzenlosen Freigiebigkeit verschenkt er einen kostbaren Staatselefanten, seinen Wagen, schließlich sogar seine Kinder und Ehefrau. Damit beweist er seine Fähigkeit ̶ emotionale Bindung aufgeben zu können, eine der wichtigsten Voraussetzungen auf dem Weg zur Erleuchtung.
Lesung und Übersetzung Thai: Peera Panarut, veröffentlicht als: Panarut, Peera, trans. 2026. Reading of the Berlin Traiphum (II 650, Museum für Asiatische Kunst, Stiftung Preußischer Kulturbesitz). Berlin. https://doi.org/10.58159/20260927-000
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/
Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/
Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).
Letzte Aktualisierung: 02.11.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum für Asiatische Kunst
E-Mail:
aku@smb.spk-berlin.de