Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Jambudīpa: Dasajāti-Jātaka: Vessantara-Jātaka (Nr. 10 von 10): l.: Vessantara schenkt seine Kinder an Jūjaka
Ident. Nr.: II 650 113v-114v
ObjID: obj:3832479
Details (Expert)
- Beteiligte
- Somdet Phra Sangkharat (1776); InschriftKempermann (1882); Archive
- Datierung
- Datierung: Dienstag, 24. September 1776
- Systematik/Art
- Weitere Titel
- Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Jambudīpa: Dasajāti-Jātaka: Vessantara-Jātaka (Nr. 10 von 10): l.: Vessantara schenkt seine Kinder an JūjakaÜbersetzung: Illuminated cosmological manuscript Traiphum (“Three Worlds”); Jambudīpa: Dasajāti-Jātaka: Vessantara-Jātaka (no. 10 of 10): left: Vessantara gives his children to Jūjaka
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Khoi-Manuskript (samut khòi) im Leporello-Format; schwarze Tinte, Deckfarben und Goldtusche auf graubraunem (weißgrundigem) Khoi-Papier, dunkelbraun lackierter hölzerner Einbanddeckel
- Abmessungen
- Blattmaß: 24,5 x 50,0 cm (Maße einer Faltseite; Höhe x Breite; Breite parallel zur Faltkante)Länge: 33,3 m (Gesamtlänge des vollständig entfalteten Manuskripts; recto und verso jeweils 33,3 m; 136 Faltsegmente)Höhe: 8 cm (Gesamthöhe des zusammengefalteten Manuskripts einschließlich der Einbanddeckel)Gewicht: 5,6 kg
- Erwerbung
- Erwerbung von Gerolamo Emilio Gerini 1895
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/3832479
Objektbeschreibung
Prinz Vessantara schenkt dem greisen Jūjaka seine beiden Kinder (fols. 112v-113v)
Der greise Jūjaka ist endlich an der Einsiedelei des im Exil lebenden Prinzen Vessantara angekommen. Jūjaka weiß um Vessantaras grenzenlose Freigiebigkeit und so bittet er den Prinzen um seine beiden Kinder. Er möchte sie als Sklaven mit nach Hause nehmen. Vessantara, der schon sieben Monate lang nicht mehr schenken durfte, fühlt einen starken Drang in sich und überlässt dem Alten tatsächlich seine Kinder. Er übergießt die Hände des Brahmanen mit Wasser und besiegelt somit die Schenkung.
Der greise Jūjaka ist endlich an der Einsiedelei des im Exil lebenden Prinzen Vessantara angekommen. Jūjaka weiß um Vessantaras grenzenlose Freigiebigkeit und so bittet er den Prinzen um seine beiden Kinder. Er möchte sie als Sklaven mit nach Hause nehmen. Vessantara, der schon sieben Monate lang nicht mehr schenken durfte, fühlt einen starken Drang in sich und überlässt dem Alten tatsächlich seine Kinder. Er übergießt die Hände des Brahmanen mit Wasser und besiegelt somit die Schenkung.
Dasajati Jataka oder Thotsachat – die letzten zehn Vorleben des Buddha
Zehn Vorgeburtsgeschichten (jatakas) haben in Südostasien besondere Bedeutung erlangt. Dies sind die letzten zehn Vorgeburten des Buddha vor dessen letzter Existenz, in der er Erleuchtung erlangte. Diese Geschichten markieren die Vollendung eines langen Weges moralischer Entwicklung über viele Leben hinweg. Jede dieser zehn Geschichten steht für eine spezielle Vollkommenheit, die zu erreichen war, um schließlich ein Buddha werden zu können.
Zehn Vorgeburtsgeschichten (jatakas) haben in Südostasien besondere Bedeutung erlangt. Dies sind die letzten zehn Vorgeburten des Buddha vor dessen letzter Existenz, in der er Erleuchtung erlangte. Diese Geschichten markieren die Vollendung eines langen Weges moralischer Entwicklung über viele Leben hinweg. Jede dieser zehn Geschichten steht für eine spezielle Vollkommenheit, die zu erreichen war, um schließlich ein Buddha werden zu können.
Die Geschichte vom Prinzen Vessantara
Im Theravada-Buddhismus ist die populärste und wichtigste Vorgeburtsgeschichte des Buddha die Geschichte vom Prinzen Vessantara (Jataka Nr. 547). Von zartem Alter an hat Prinz Vessantara den tiefen Wunsch zu schenken. In seiner grenzenlosen Freigiebigkeit verschenkt er einen kostbaren Staatselefanten, seinen Wagen, schließlich sogar seine Kinder und Ehefrau. Damit beweist er seine Fähigkeit ̶ emotionale Bindung aufgeben zu können, eine der wichtigsten Voraussetzungen auf dem Weg zur Erleuchtung.
Im Theravada-Buddhismus ist die populärste und wichtigste Vorgeburtsgeschichte des Buddha die Geschichte vom Prinzen Vessantara (Jataka Nr. 547). Von zartem Alter an hat Prinz Vessantara den tiefen Wunsch zu schenken. In seiner grenzenlosen Freigiebigkeit verschenkt er einen kostbaren Staatselefanten, seinen Wagen, schließlich sogar seine Kinder und Ehefrau. Damit beweist er seine Fähigkeit ̶ emotionale Bindung aufgeben zu können, eine der wichtigsten Voraussetzungen auf dem Weg zur Erleuchtung.
Lesung und Übersetzung Thai: Peera Panarut, veröffentlicht als: Panarut, Peera, trans. 2026. Reading of the Berlin Traiphum (II 650, Museum für Asiatische Kunst, Stiftung Preußischer Kulturbesitz). Berlin. https://doi.org/10.58159/20260927-000
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/
Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/
Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).
Letzte Aktualisierung: 03.11.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum für Asiatische Kunst
E-Mail:
aku@smb.spk-berlin.de