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Jagdstillleben

Ident. Nr.: KdZ 13913

ObjID: obj:3855511

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Unbekannt,
Zeichner*in
Kopie nach: Frans Snyders (1579 - 1657),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1635/40
Systematik/Art
Provenienz
Adolf von Beckerath (1834-1915),
bis 1902
Abmessungen
Blattmaß: 32,3 x 47,2 cm
Erwerbung
1902 mit der Sammlung Adolf von Beckerath, Berlin, erworben

Objektbeschreibung

Es gibt nur sehr wenige Zeichnungen mit barocken Stillleben, vermutlich, weil hier die Farbigkeit zur Gestaltung von Oberflächen und Materialien eine zentrale Rolle spielte und sich die Malerei hierfür besser eignete. Frans Snyders spezialisierte sich auf das Malen von Tieren. Er arbeitete mit Rubens, Jordaens, Quellinus und Boeckhorst zusammen und schuf Bilder von reich beladenen Marktständen, Jagdszenen und kunstvoll arrangierte Stillleben mit Früchten, Wild oder Geflügel. 
Dieses üppige Stillleben geht auf eine seiner Darstellungen einer Vorratskammer in leuchtenden Farben zurück, ein Thema, das der Künstler erstmals im friedlichen Optimismus des Zwölfjährigen Waffenstillstands (1609–1621) entwickelte. Es kopiert ein Gemälde aus dem Umkreis von Frans Snyders (Sotheby’s New York, 2023). Vorlage dafür war wiederum ein Gemälde von Snyders selbst, das neben dem aufmerksamen Hund auch eine Magd zeigt (Mead Art Museum, Amherst). An dieser Zeichnung wird demnach deutlich, wie Themen und Motive über mehrere Werke und Gattungen tradiert und variiert werden. 
Für die Betrachtenden des 17. Jahrhunderts transportierte ein solches Arrangement einerseits Wohlstand und die Freuden des Landlebens, andererseits aber auch die Vergänglichkeit allen irdischen Daseins. Der Reichtum der Schöpfung wird hier als Statussymbol inszeniert und korrespondiert mit Gedichten zur Verherrlichung des vom städtischen Bürgertum idealisierten Landlebens.

Letzte Aktualisierung: 17.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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