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Standart-Zeichnung

Ident. Nr.: NG 19/80, (1-18)

ObjID: obj:3938023

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: A. R. Penck (1939 - 2017),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1970
Abmessungen
Blattmaß: je 28,8 x 20,2 cm

Objektbeschreibung

Seit 1967 nennt sich Ralf Winkler nach dem Eiszeitforscher und Geologen Albrecht Penck A. R(alf) Penck. Der Name ist nach seinen eigenen Aussagen ein Symbol für ein informatives Konzept. Die informative Durchforschung der »geologischen Schichten« der Kunstgeschichte führte Penck auch zur urzeitlichen Höhlenmalerei, in der er ein auf reduzierten Formen basierendes Informationssystem sah, was er in seiner Kunst zu nutzen gedachte. In dieser Zeit entstanden Malereien und Zeichnungen, die Penck unter dem Begriff Standart führt. Der Begriff Standart spielt mit den assoziativen Möglichkeiten zwischen Stand im Sinne von Standort, Zustand und Art, dem englischen Wort für Kunst. Hinter Standart verbirgt sich der Versuch, künstlerische Prozesse zu demokratisieren durch ein dem Laien wie dem Künstler vertrautes und anwendbares kommunikatives Zeichensystem, das jeden repräsentierenden und kultischen Charakter des Kunstwerks aufhebt. Die vorliegende Zeichnung gehört in eine Reihe von 18 Standart-Zeichnungen im Kupferstichkabinett, die durch gleiches Format, einheitliche blaue Grundierung und ein codiertes Zeichensystem einen fortlaufenden Vortrag assoziieren. Insofern lassen sich die Zeichnungen mit den Tafelzeichnungen von Joseph Beuys vergleichen, die in ähnlicher Weise einen demonstrativen Charakter haben, allerdings tatsächlich Ergebnisse eines Vortrages sind und völlig auf Feinheiten der Mittel verzichten. Die Standart-Zeichnungen verweisen durch die sorgfältige Grundierung und die Verwendung unterschiedlicher Farbstifte auf die Bedeutung der ästhetischen Wirkung, die über ein reines kommunikatives Zeichensystem, wie etwa die Schrift, hinausführt. Die einzelne Zeichnung wird erst in der Präsentation der gesamten Serie durch sich daraus ergebende Querverweise verständlicher, ohne sich
freilich vollständig, im Sinne eines kommunikativen Zeichensystems zu erschließen.

Text: Eugen Blume in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 507, Kat. VIII.73 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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