Logo

Hieratischer Papyrus mit verschiedenen Götterhymnen

Ident. Nr.: P 3049/C

ObjID: obj:3943187

Details (Expert)

Beteiligte
Carl Richard Lepsius (23.12.1810 - 10.7.1884),
Käufer*in
Datierung
21.–22. Dynastie (3. Zwischenzeit -> Ägypten)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Hieratischer Papyrus mit verschiedenen Götterhymnen
Übersetzung: Hieratic papyrus with different hymns on deities
Geografische Bezüge
Erwerbungsort: Luxor
Abmessungen
Höhe x Breite: 26,4 x 34,8 cm

Objektbeschreibung

Dieser hieratische Papyrus enthält eine Sammlung von verschiedenen Hymnen an Götter.
Beim ersten erhaltenen Text handelt es sich um einen Auszug aus einem Hymnus an den Gott Ptah, welcher mit einer Fürbitte an Ramses IX., einen König der 20. Dynastie, endet. Teile dieses Hymnus sind mit Pap. Berlin P 3048 identisch, der vermutlich aus demselben Fund stammt.
Der folgende Text ist der mit Abstand ausführlichste auf diesem Papyrus, er besteht aus einem Hymnus an Amun-Re. Vermutlich handelt es sich um einen Kulthymus zur Rezitation im Tempelkult.
Es folgt ein kurzer Ausschnitt aus einem weiteren Hymnus, der einen Lobpreis des Ur- bzw. Schöpfergottes darstellt.
Der letzte Text dieser Spruchsammlung ist ein Dekret Thutmosis' III., eines Pharao der 18. Dynastie. Die Form entspricht der sog. Königsnovelle, während die konkreten Anordnungen des Herrschers nicht mehr erhalten sind.
J. Moje

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Büste der Göttin Isis auf rundem Sockel

Büste der Göttin Isis auf rundem Sockel

Auf einem runden, nach oben verjüngten Sockel liegt eine Kugel, auf der die Büste der Göttin Isis in ihrer hellenistischen Ikonographie steht. Sie ist in einem attischen Chiton und darüber einer Knotenpalla gekleidet, wobei die Palla nach oben gezogen wurde, um den Kopf zu bedecken. Auf dem Kopf trägt Isis über der Palla einen Kopfschmuck, der aus Kuhhörnern, zwei Getreideähren, zwei Straußenfedern und einem Granatapfel besteht. Die Augen wurden mit kleinen Goldplatten aufgelegt. Zwei Vertiefungen auf den Goldplatten fungieren als die Pupillen der Göttin.Um die ägyptischen Gottheiten besser in der hellenistischen Weltanschauung integrieren zu können, fand bereits vor der Eroberung Alexanders des Großen die Angleichung ägyptischer Gottheiten mit den hellenistischen statt. So wurde Isis zum Beispiel häufig mit Demeter, Io oder Aphrodite gleichgesetzt. Die vielfachen Bedeutungen und Eigenschaften der ägyptischen Isis machte sie jedoch zu einer allumfassenden Göttin, die mit allen Göttinnen identisch war. Als Pendant zu dem neu kreierten ägyptisch-hellenistischen All- und Dynastiegott Serapis bekam Isis ebenfalls eine hellenistische Darstellungsform. Die vielfältigen Kronenvarianten und Attribute der Isis, analog zu den zahlreichen Verbindungsmöglichkeiten mit anderen Göttinnen, dienen dabei als Modifikations- und Verstärkungselemente sowie der Einbindung in kultische und mythische Zusammenhänge.So kennzeichnen die Kuhhörner der Berliner Isis-Büste, die zusammen mit den hohen Straußenfedern die Verbindung mit der ägyptischen Göttin Hathor verdeutlichen, genauso wie zur hellenistischen Io. Die Ähren und der Granatapfel stehen zudem für den Zusammenhang der Isis mit Demeter und Kore-Persephone. In dieser Gestalt der Isis tritt der Natur- und Fruchtbarkeitsaspekt deutlich in den Vordergrund.Des Weiteren wies der Bereich Palästina schon in pharaonischer Zeit enge Kontakte mit Ägypten auf. Hinzu kommt, dass sich die Isis-Kulte in der griechisch-römischen Zeit weit über die Grenzen Ägyptens hinaus über den gesamten Mittelmeerraum verbreiteten. Daher ist es nicht verwunderlich, im Land Israel solch eine Isis-Büste finden zu können.(I. Liao)