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Pokal mit Darstellung der Vier Jahreszeiten

Ident. Nr.: W-1979,59 a

ObjID: obj:4005540

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Datierung
Herstellung: um 1708-1713
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe: 26,5 cm
Durchmesser: 15,7 cm (Fuß)
Durchmesser: 12,8 cm (Mündung)
Wandungsstärke: 0,25 cm

Objektbeschreibung

Großer Pokal aus farblosem Glas, Abriss matt ausgeschliffen, breiter Tellerfuß mit hochgeschnittenem, mattiertem Akanthusblattfries, der niedrige Massivschaft ist aus einem gestauchten Baluster und Nodus sowie drei Trommelscheiben komponiert, der Baluster mit versenktem Spitzblattdekor und Linsen, der Nodus mit Akanthusblattdekor und die Scheiben mit einem spitz zulaufenden Ornament, das sie wie geflochten anmuten lässt. Der Akanthusblattfries wiederholt sich am Ansatz und Mündungsrand der becherförmigen Kuppa. Das mittlere Register der Wandung ist von einem umlaufenden Ornamentband mit vier Medaillons verziert, dessen Zwischenräume von Arabesken, Feldern mit Netzwerkdekor, Blumenvasen und Jakobsmuscheln gefüllt werden, auf denen Adler mit ausgebreiteten Schwingen sitzen und an denen kleine Medaillons mit Dreiviertel- und Profilbildnissen von Damen hängen. Die Medaillons sind mit allegorischen Darstellungen der Vier Jahreszeiten dekoriert, jeweils auf einem würfelförmigen Hocker sitzend: ein Amorknabe mit Füllhorn voller Blumen steht für den Frühling, ein Krieger mit Ährenbündeln für den Sommer, ein Bacchant mit Rebenkrone und Füllhorn für den Herbst und ein alter Mann für den Winter. Das Glas ist krank. Dieser Pokal gelangte gemeinsam mit einem Deckel in den Bestand, dessen Glasmasse viel reiner und schwerer ist und dessen Akanthusblattdekor in zahlreichen Details abweicht. Der Deckel ist nicht zugehörig und dürfte ins 20. Jahrhundert datieren. Bei dem Pokal hingegen handelt es sich um ein Glas vom Anfang des 18. Jahrhunderts. Ein stilistisch eng verwandtes Beispiel von gleicher Hand im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe wurde vermutlich anlässlich der Hochzeit König Friedrichs I. (1657–1713) mit seiner dritten Gemahlin Sophie Luise (1685–1735) im Jahr 1708 angefertigt (Götzmann/Kaiser, Gläserne Welten, 2017, Kat. 48, S. 115, 116; Keisch/Netzer, Herrliche Künste und Manufacturen, 2001, Abb. 46, S. 94; Saldern, Glas, 1995, Kat 83 mit weiterführender Literatur; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 27.2). Die Vier Jahreszeiten sind wie viele von der Glaskunst aufgegriffene Sujets ein Thema, das sich durch die gesamte abendländische Kunstgeschichte zieht. Die Qualität des Schnitts auf diesem Pokal spricht für einen namhaften Meister. [Verena Wasmuth]
MAKR

Letzte Aktualisierung: 13.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Rastender Herkules (Modellnummer 382)

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Terrine in Form eines Kohlkopfs

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Konfektschale auf drei Schildhaltern mit Hirsch im Gehege aus dem Lüneburger Ratssilber

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Fußgestell, Zinnenring (an der Schale) und Figuren gegossen. Fußgestell außen, Schilde, Schalenrand, Fond, Kranz, Sockelmitte mit Zaun und Hirsch vergoldet, der Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails. Tragefiguren durch einen Zinnenring verbunden, der an eine Manschette gelötet ist. Auf dieser sitzt die Schale, gehalten von einem Zungenkranz. - Eine Frucht im aufgelegten Blattkranz der Schale und Geweih des Hirsches verloren.Das Gerät lehnt sich im Aufbau an die Evangelisten- und die Kirchenväterschale (Inv. Nr. 1874, 394 und 1874, 393) an. Die tragenden Schildhalter sind nach einem Modell gegossen. Im Fond der tiefen Schale getriebenes Geäst mit Blättern und Früchten (Feigen?). Im Zentrum ein Hügel mit liegendem Hirsch, umgeben von einem Flechtzaun mit überdachtem Tor und Vorhängeschloß. Aufgelegt ein Kranz aus Blättern und Früchten und vier Wappen.Eines der Wappen dürfte das des Besitzers sein, des Ratsherren Johannes junior von dem Lohe, der 1468 Sülfmeister und 1480 Kämmerer wurde (gest. 1482). Das zweite Wappen von dem Lohe verweist im Verein mit dem der Godenstede auf die Eltern, Johannes von dem Lohe (gest. 1471) und dessen erste Frau Gesche von Godenstede, das vierte Wappen ist das der Großmutter mütterlicherseits Tibbecke von Töbing, die seit 1466 Witwe war. Wie die Kämmereirechnungen verzeichnen, kam die Schale 1482 aus dem Nachlaß des Johannes von dem Lohe auf das Rathaus: "Hr. Johan vam lo 129m 9s hyrto noch syne beste suluere schale de quam vpp dat Radthus vnd wogh." Kurz wird sie im Inventar von 1555/56 erwähnt: "Ein grote sulueren schale her Johan van Loess."