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Pokal mit Satyrfamilie

Ident. Nr.: O-1982,77 a

ObjID: obj:4005546

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Datierung
1720–1736
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe: 10,8 cm
Durchmesser: 9,8 cm (Fuß)
Durchmesser: 9,5 cm (Mündung)
Wandungsstärke: 0,35 cm

Objektbeschreibung

Pokal aus sehr reinem, farblosem Glas, Abriss am Boden, ansteigender Fuß dekoriert mit einem versenkten und mattierten Spitzblattfries. Angesetzt ein Schaft aus Baluster und Nodus, beide mit mattiertem Spitzblattfries zwischen Trommelscheiben und beide mit eingestochener Luftblase. Am Ansatz der becherförmigen Kuppa wiederholt sich der Dekor vom Fuß, auf der Wandung befindet sich umlaufend in feinem Mattschnitt eine szenische Darstellung: In einer baumbestandenen Landschaft beugt sich ein bärtiger Satyr über eine lagernde Nymphe, die mit der Linken in einen Dornbusch greift, davor streiten ihre beiden Kinder um einen Korb voller Blumen. Den verwärmten Mündungsrand schmückt ein Fries aus geblänkten Kugeln. Der Pokal fügt sich formal und stilistisch nahtlos in das Produktionssortiment der Potsdamer Glashütte in den Jahren 1720 bis 1736 (Götzmann/Kaiser, Gläserne Welten 2017, Kat. 81 und 93, S. 154–156; Rückert, Die Glassammlung, Bd. 2, 1982, Kat. 819, S. 279, Taf. 257). Um wen es sich bei den Abgebildeten handelt, erschließt sich dem Betrachter erst auf den zweiten Blick: Die kleine Gruppe steht für ein wildes Leben in der Natur, verweist mit ihrer Nacktheit und der Suche nach Schmerz sowie Konflikt zugleich auch auf unkontrollierte Sinnlichkeit und animalisches Treiben. [Verena Wasmuth]
MAKR

Letzte Aktualisierung: 29.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR