Logo

Ident. Nr.: N (74 P) 113/2025,15

ObjID: obj:4024820

Details (Expert)

Geografische Bezüge
Material / Technik
Glasdiapositiv; s/w
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 8,5 x 8,5 x 0,2 cm

Objektbeschreibung

Das Schwarz-Weiß-Glasdia ohne Beschriftung zeigt eine weitläufige, offene Landschaft mit flachem Gelände und niedriger Vegetation. Am Horizont erkennt man eine sanft verlaufende Gebirgskette. Im Mittelgrund befindet sich ein hölzerner Brunnen („Schaduff“). Dieser besteht aus einem langen, geneigten Stamm, der auf einem gegabelten Holzstamm aufliegt und dadurch als Hebel dient. Am langen Ende des Hebels hängt senkrecht ein weiterer schlanker Stamm, an dessen unterem Ende Eimer befestigt ist. Eine männliche Person mit Turban hält den senkrechten Stamm fest, er steht auf einem großen Stein. 
Rechts von ihm zwei weitere Jungen, einer mit Turban, einer mit Fez und Hirtenstab.
Vor der Brunnenvorrichtung steht ein Esel mit einem Geschirr und Last. 

Vermutlich zeigt das Glasdia eine Szene während einer Reise durch das osmanische Reich. Solche Brunnen waren vor allem in Ägypten, jedoch auch in anderen Regionen wie Anatolien gebräuchlich. Dabei wird der Eimer durch Ziehen am horizontalen Stamm ins Wasser herabgelassen, ein Gewicht am Ende des geneigten Stamms (hier außerhalb des Bildraums) befördert den gefüllten Eimer anschließend wieder nach oben. 
Das Glasdia ist Teil eines Konvoluts, welches sich im Besitz des Großvaters des Schenkers befunden hat. Sie stammen aus der Zeit, die der Großvater (1874-1955) des Schenkers in Konstantinopel verbracht hat. Der Großvater des Schenkers war von 1901 bis zur Ausweisung am 31.1.1919 zu Ende des 1. Weltkriegs als Vertreter für Singer Nähmaschinen in Istanbul tätig und lebte dort mit seiner Familie. Es ist bekannt, dass er von Konstantinopel aus auch (geschäftliche?) Reisen unternahm. Anschließend war er in Berlin und Magdeburg für Singer tätig.

Letzte Aktualisierung: 15.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

Weitere Objekte aus den Sammlungen