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Kuchenplatte mit Kupferrand, geometrischer Dekor (Dekornummer 1536)

Ident. Nr.: O-1987,17

ObjID: obj:4076795

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Waechtersbacher Keramik (1832–2011),
Hersteller*in
Entwurf: Joseph Maria Olbrich (1867 - 1908),
Designer*in
Datierung
Entwurf: um 1905
Ausführung: zwischen 1906 und 1911
Geografische Bezüge
Abmessungen
Durchmesser: 38,5 cm

Objektbeschreibung

Runde Steingutplatte, fest in einem breiten Kupferrand montiert, der auf vier Kugelfüßen steht. Der unterglasurblaue Schablonendekor zeigt in vierfachem Rapport jeweils ein Quadrat in Schachbrettmuster, durch dreifaches Linienmuster miteinander verbunden. Der Kupferrand hat einen gedrückten geometrischen Dekor in dreifachem Rapport, jeweils ein streng lineares Ornament, das seitlich von einem dreifachen Linien flankiert ist. // ClKa

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Achtkantige Deckelvase mit Vogel- und Blütendekor in gerahmten Reserven (Vasenpaar)

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Es handelt sich um ein Vasenpaar (vgl. Inv. Nr. Hz 1072 a,b). "Achtseitige Balusterform mit abgesetzter Schulter, über der Fußplatte spindelförmig eng eingezogen. Der geschwungene Deckel mit profiliertem Knauf. Auf dem gesamten Körper, ausgespart aus blauem Grund, dichtes Blüten- und Blattwerk getrennt durch gliedernde horizontale Behänge. Auf den Seiten, in langgezogenen Reserven, ostasiatische Sumpflandschaft mit Blüten, Schilf und Vögeln. Der Lochfelsen hat sich zu einer Blattpalmette mit korbgeflechtähnlicher Füllung gewandelt. Auf der Schulter acht, auf dem Deckel vier kleine Vierpaßreserven mit Mittelblüte. Auf dem Fuß eine Borte aus Doppelspirale und geripptem breiten Blatt." (Christiane Keisch, in: Kat. Berlin 2001: "Herrliche Künste und Manufacturen", Kat. Nr. 104)Wie die Autorin weiter ausführt, wiederholt der Dekor Motiv und Schema der Tischplatte (KGM Inv. Nr. 1913,37), das geradezu als künstlerisches Firmenschild der späten Funcke-Produktion um 1725 gelten kann. Charakteristika sind die Reservenmalerei mit verschiedenen Vogelmotiven. Dass der von chinesisch-delfter Vorbildern abgeleitete Lochfelsen hier zu einem Korbmotiv mutiert, lässt die freiere Malerei der Funcke-Werkstatt (im Vergleich etwa zur Wolbeer'schen) erkennen.Keine Marke.Lit.: Keisch, Christiane, Netzer, Susanne, 'Herrliche Künste und Manufacturen'. Fayence, Glas und Tapisserien aus der Frühzeit Brandenburg-Preußens 1680-1720 (Ausstellungskatalog Kunstgewerbemuseum SMB 6.5.-5.8.2001), Berlin 2001, Kat.nr. 104ClKa

Interimspokal aus dem Lüneburger Ratssilber

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Fußzarge, Christusfigur und Drache, Deckelbekrönung und Wappenschild gegossen. Ränder und vollplastische Köpfe der Kuppa gesondert gearbeitet. Beschlagornament des Deckels und Fußunterseite unvergoldet. Marken auf dem Stützzylinder unter dem Fuß. – Kopf der Deckelfigur verloren.Vierpassiges, horizontal gegliedertes und dicht reliefiertes Gefäß. Prall gewölbter Fuß mit getrepptem Rand, eingeschnürt von einer Zahnschnittzarge. Weinranken auf gepunztem Grund, oben mit Teufelsfigürchen, unten eingefaßt von Beschlagwerk. Als Schaft Gestalt des segnenden Christus auf krötenähnlichem Drachen mit geringeltem Schwanz und Köpfen von Papst, Teufel (als gefallener, geflügelter Engel) und Türke. Auf dem Haupt Dornenkrone und kapitellartiger Laubkranz, als Abschluß flacher Blattkranz. Kuppa stark eingeschnürt, aufgelegt ein Kranz mit gerolltem Akanthus und Rosetten, unten zwischen Fruchtdekor je zwei vollplastische Frauen- bzw. Kriegerköpfe in Kartuschen, oben vier ovale, sich herauswölbende und von Beschlagwerk mit Fruchtgirlanden und grotesken Masken gerahmte Darstellungen. Diese werden durch Inschriften auf dem vierpassigen, konischen Mündungsrand erläutert: 1. Christi Taufe im Jordan: HIC EST FILIVS MEVS DlLECTVS IN QUO MIHI BENE COMPLACITVM EST: MATE 3 (Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Mt 3,17). 2. Die Verklärung Christi: HIC EST FILIVS MEVS DILECT(VS) IN QUO MIHI BENE COMPLACVI IPSVM AVDITE: MAT. 17 (Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Mt 17,5). 3. Predigt des Apostels Paulus: ETIA(M) Sl NOS AVT ANGEL(VS) E COELO PREDICAVERIT VOBIS EVANGELIVM PRETER ID QUOD P(RAE)DICAVIM(VS). GALA I (Auch wenn wir oder ein Engel vom Himmel das Evangelium predigte, anders denn wir euch gepredigt haben, der sei verflucht. Gal 1,8). 4. Die Versuchung Christi durch den Teufel: ABI SATANA SCRIPTVM EST ENIM DOM(INVM) DEVM TVVM ADORABIS ET ILLVM SOLV(M) COLES. MAT 4 (Hebe dich hinweg von mir, Satan, denn es steht geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm dienen. Mt 4,10).Entsprechend der Kuppa befinden sich vier gewölbte Reliefmedaillons auch auf dem Deckel. Darin kniend je zwei betende Figuren: Papst und Kardinal, Kaiser und König, Ritter und Fürst (?), Priester und Mönch, die sich auf die bekrönende Deckelfigur, die babylonische Hure auf dem siebenköpfigen Ungeheuer, beziehen. Sockelaufbau aus profiliertem Ring, grob bearbeitetem Wulst mit Laub- und Beschlagwerkdekor nebst vier Köpfen und garnrollenförmigem Gebilde. Auf der Rückseite der Figur nachträglich angebrachter reliefierter Wappenschild der Stifter Heinrich Witzendorff und Elisabeth Töbing. Im Deckelinneren emailliertes Wappen der Besteller Franz Witzendorff und Ursula Garlop sowie geritzte Jahreszahl (15)74. Den Anlaß erklärt eine auf dem Fußrand gravierte Inschrift: INTERIM ORTVM AVGVSTAE VINDELICORVM SVB CAROLO QUINTO IMPERATORE MAXIMO ANNO SALVTIS MDCXLVIII EX TINCTVM VERO AVSPICIIS MAVRITII ELE(C)TORIS ET CONFOEDERATORV(M) AN(N)O 1552 (Das Interim hat in Augsburg unter Kaiser Karl V. im Jahre des Heils 1548 begonnen, wurde aber durch den Kurfürsten Moritz und die Verbündeten ausgelöscht im Jahre 1552). Im Inneren der Kuppa eine Reihe übereinander angebrachter Knöpfe als Marken für die Trinker.

Schüssel mit Wappen des Königreichs Sizilien

Schüssel mit Wappen des Königreichs Sizilien

Die Oberseite der Schüssel ist mit reichem Relief- und Lüsterdekor versehen: in der Mitte eine Aufwölbung (als Untersatz für eine nicht mehr erhaltene Kanne?) mit dem Wappen des Königreichs von Sizilien: geviertelter Schild mit zwei Adler- bzw. zwei Streifenfeldern. Auf dem Bord wechseln reliefierte Rippenmuster mit Noppen. Der gemalte Dekor besteht aus einer dichten Goldlüstermalerei: Felder mit engem Netzwerk und kleinteiligen Ranken wechseln einander ab. Auch die Rückseite ist mit einer Ornamentik aus Spiralranken mit gefiederten Blättern und in der Mitte einer Rosette in Goldlüster bemalt."Mit ihren goldglänzenden Ornamenten und dem plastischen Buckel- und Rippenmuster scheint die Schüssel aus Edelmetall gefertigt zu sein. Bei genauerem Hinsehen jedoch ist zu erkennen, dass es sich um glasierte Keramik, genauer um Majolika bzw. Fayence handelt. Technisch gesehen gibt es keinen Unterschied zwischen Majolika und Fayence, doch verwendet man die Begriffe regional- und epochenspezifisch. Ihren Ursprung hat das Verfahren, bei dem eine poröse Irdenware mit einer weißen, zinnhaltigen Glasur überzogen und damit wasserdicht und bemalbar gemacht wird, im Alten Orient. Maurische Keramiker führten diese Technik im Zuge der arabischen Eroberung in Spanien ein. Über den Umschlagplatz Mallorca gelangten zinnglasierte spanische Keramiken bereits seit dem späten 13. Jahrhundert nach Italien und wurden hier als 'maiolica' bezeichnet. In der Folgezeit entstanden bedeutende Zentren der Majolikaproduktion in Italien, darunter in Faenza, und wurden wiederum nördlich der Alpen exportiert. So erklärt sich die Bezeichnung 'Fayence'. Für die spanischen und italienischen Geschirre der Renaissance spricht man von Majolika, während für die orientalischen wie auch für die nordeuropäischen zinnglasierten Keramiken der Begriff Fayence gebräuchlich ist.Eine Spezialität der ostspanischen Majolika aus der Region um Valencia waren die schillernden Lüsterglasuren mit feinteiligen Rankenornamenten. Diese 'goldene Ware' erfreute sich in Europa großer Beliebtheit. In der Sammlung des Kunstgewerbemuseums haben sich spanische Lüsterkeramiken erhalten, deren Wappendekore auf Auftraggeber aus dem Burgund und aus Florenz (der Familie der Medici) hinweisen. Im Zentrum der hier abgebildeten Schüssel befindet sich ein Reliefmedaillon mit dem Wappen des vom spanischen Haus Aragon regierten Königreichs von Sizilien." (Claudia Kanowski, in: Details! 100 Lieblingswerke im Kunstgewerbemuseum, Dresden/Berlin 2018, S. 79)ClKa

Schoßjacke mit Blüten- und Wellenranken

Schoßjacke mit Blüten- und Wellenranken

Der Reiz dieser Schoßjacke liegt in der Kombination von femininem Stoff und Ausputz mit einem am männlichen Habit orientierten Schnitt. Das cremefarbene Seidengewebe mit strukturiertem Grund, Cannetillé, zeigt wellig aufsteigende Bänder mit kleinen blauen Blüten, die Kanten der Bänder sind von feinen grünen Ranken und weißen Blüten konturiert. Daraus wachsen geschwungene Rosensträuße empor. Blüten und Blätter sind in dreierlei Rosatönen und zwei unterschiedlichen Grüntönen fein gezeichnet. Beim Zuschnitt der Jacke mit anliegendem Rücken wurde höchste Sorgfalt auf die achsensymmetrische Aufteilung des Musters gelegt, sodass trotz der Verwendung oft kleinerer Gewebeteile ein harmonisches Gesamtbild entstand. Dies zeigt deutlich die Musteranordnung auf den abstehenden, „en raquette“ endenden Flügelmanschetten. Die Kanten der Manschetten sind mit farblich passendem Posamentenbesatz – kleinen, zu Blüten angeordneten „Fliegen“ – verziert. Hierfür wurden lose umeinander gewundene Seidengarne an einem schmalen Bändchen fixiert, geknotet und vor dem Knoten abgeschnitten. Dadurch springen die Enden der Fasern auf und ergeben die luftigen Gebilde.Die Jacke ist im Rücken neben der Mittelnaht mit zwei Fischbeinstäben leicht versteift und vollständig gefüttert. Ihre kurzen, rundum angesetzten Schöße sind, wie die der Herrenröcke, seitlich in Falten gelegt und wie diese am Ansatz mit einem Zierknopf markiert. Eine zwischen Oberstoff und Futter eingearbeitete leichte Versteifung verleiht den Schößen ihre graziös abstehende Form. So wird die schmale Taille besonders hervorgehoben.Auch die auf den vorderen Schößen aufgesetzten Taschenpatten wurden als Zierelement der Herrenmode entlehnt. Sechs Knöpfe entlang der vorderen Ausschnittkanten dienten einer dekorativen Schnürung über dem Stecker. CW

Kelchglas mit Bildnis Friedrich II. von Preußen

Kelchglas mit Bildnis Friedrich II. von Preußen

Pokal aus farblosem, manganstichigem Glas, Abrissnarbe am Boden, Glockenfuß mit einem Facettenfries in Schälschliff, der Schaft aus Nodus und gekehltem Übergang zum massiven Kugelbaluster mit fünf konzentrisch eingestochenen Luftblasen ist wabenfacettiert, der Übergang zur becherförmigen Kuppa gekehlt und ebenfalls wabenfacettiert. Am Eisboden der sich konisch darüber weitenden Kuppa wiederholt sich der Luftblasendekor vom Schaft sowie der radiale Facettendekor vom Fuß. Die Schauseite der Kuppa zeigt eine bekrönte Rollwerkkartusche mit dem mattgeschnittenen Profilbildnis König Friedrichs II. in Harnisch, die Haare zum Zopf gebunden; darüber die Inschrift: Es lebe der König. Den verwärmten Mündungsrand ziert ein fein geblänkter Perlfries. Dieser Pokal aus der Zechliner Glashütte zeigt ein Brustbild des als Friedrich der Große bekannten Preußenkönigs Friedrich II. (1713–1786), jugendlich kräftig in Harnisch. Die Darstellung geht auf eine Silbermünze von Johann Conrad Marmé (1710–1772) aus dem Jahr 1751 zurück (vgl. Münzkabinett SMPK, Inv. Nr. 18205935). Sie diente auch einem anderen Zechliner Glasschneider für einen Pokal mit Vergoldung als Vorbild (Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 16, S. 24). In der frühen Neuzeit ließ man mit derartigen Vivatgläsern seinen Landesherren mit dem Zutrunk aus einem gläsernen Pokal hochleben und trank auf seine Gesundheit. Sie werden daher auch als Gesundheitsgläser bezeichnet. [Verena Wasmuth]MAKR