Logo

Flasche mit Kaiserbildnissen

Ident. Nr.: F 1372

ObjID: obj:4128771

Details (Expert)

Datierung
um 1535
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Köln
Abmessungen
Höhe: 18 cm

Objektbeschreibung

"Flasche aus Thon gebrannt. Der untere Teil kürbisartig, aus einem Kelch von grünen Blättern hervorwachsend, mit Sand bestreut und mit drei ovalen, von gelben Wellenranken eingefassten Medaillons verziert, worin auf blauem Grunde die  in natürlichen Farben ausgeführten Reliefportraits Kaiser Karls V., Ferdinand I. und Reste eines später aus Gipsmasse hinzugefügten Damenbrustbildes.Ueber der scharf eingezonenen mit einem aus zwei knorrigen Aesten gewundenen Kranz verzierten Halse eine trichterförmige, braunglasierte Mündung mit vergoldeter Silbermontierung, worauf verziertes Blattrankenwerk."
Zettelkartei Slg. Figdor

Das Stück ist seit dem II. Weltkrieg verschollen.
MAKR

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa