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Spanische Tänzerin

Ident. Nr.: O-1971,285

ObjID: obj:4273790

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Paul Scheurich (1883 - 1945),
Bildhauer*in
Ausführung: Staatliche Porzellan-Manufaktur Meißen (Name ab 1918)
Datierung
Entwurf: 1933
Geografische Bezüge
Entstehungsort: Meißen
Material / Technik
Porzellan, weiß glasiert
Abmessungen
Höhe: 27,5 cm

Objektbeschreibung

Auf flachem Sockel steht eine schlanke Tänzerin in Schrittposition. Den linken Arm hat sie vor der Brust angewinkelt, darin hält sie einen Fächer. Den rechten Arm hält sie gestreckt hinter dem Rücken, in der Hand eine Kastagnette. Den Kopf mit aparter Kopfbedeckung hat sie nach links gewendet. Eng anliegendes, tief nach unten geschnittenes Mieder mit kugelförmigem Besatz, der weite Rock ist in der Bewegung aufgebauscht. Die Figur ist unbemalt, nur glasiert. // ClKa

Letzte Aktualisierung: 03.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Die wie lavierend nur flüchtig angedeutete Flusslandschaft bildet die Folie für die scharf konturierte Figurengruppe mit dem Früchte beladenen Baum im Zentrum. An seinem Stamm windet sich die Schlange empor. Sie fixiert lauernd-verschlagen Eva, die Adam den Apfel reicht und ihn zum Übertreten des Verbots auffordert.Die Darstellung folgt einem Holzschnitt Hans Sebald Behams aus den „Biblischen Historien“, die 1533, ein Jahr nach seiner Übersiedelung nach Frankfurt, von dem dort ansässigen Verleger Christian Egenolf gedruckt wurde. Die Zeichnung ist in flüssigen Linien, die Modellierung weich und malerisch in zarten, gelegentlich durch Schraffuren akzentuierten Halbtönen angelegt, die, gestupft oder breit mit dem Pinsel aufgetragen, die Oberflächenbeschaffenheit der Materialien nachahmen. Die Souveränität des Glasmalers zeigt sich nicht zuletzt daran, dass er anders als der Holzschnitt mit dem beredten Austausch der Blicke und Gesten auch die Dramatik des Handlungsmoments zum Ausdruck bringt. Adams Scham verbirgt er zudem unter einem Feigenblatt.Die kongeniale Umsetzung der Vorlage ist am ehesten Augustin Hirsvogel (1503–1553) zuzutrauen, dem jüngsten Sohn des 1525 verstorbenen Nürnberger Stadtglasers Veit Hirsvogel d. Ä. Für diese Annahme sprechen beispielsweise die spezifische Gestaltung etwa der Laubkronen mit einzeln abstehenden trockenen Ästen oder des knorrigen Baumstamms mit Astlöchern und rissiger Rinde, die genauso auf den Zeichnungen und Stichen Augustins begegnen. Die kleine Rundscheibe müsste er noch in seiner Nürnberger Zeit kurz nach Erscheinen der Holzschnitte ausgeführt haben. CVMA 98781