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Toggenburg-Bibel. Jakob zieht mit seiner Habe nach Ägypten

Ident. Nr.: 78 E 1, fol. 62 verso

ObjID: obj:458355

Details (Expert)

Beteiligte
Unbekannt,
Buchmaler*in
Jakob,
Erwähnte/Dargestellte Person
Datierung
Herstellung: um 1411
Material / Technik
Deckfarben auf Pergament
Abmessungen
Blattmaß: 36,0 x 23,6 cm

Objektbeschreibung

Die Toggenburg-Chronik oder Toggenburg-Bibel ist ein herausragendes Zeugnis der süddeutschen Buchmalerei des frühen 15. Jahrhunderts. Mit Recht wird der Bilderschmuck mit dem besten Zeugnis der damaligen deutschen Buchmalerei verglichen, mit den Illuminationen der Wenzels-Bibel für König Wenzel IV. von Böhmen. Es wird vermutet, dass der Buchmaler der Toggenburg-Chronik aus der Werkstatt des Wenzelsmeisters hervorgegangen sei.
Im Kontext einer Reiseausstellung ist die Bibel besonders interessant, weil in einer der ungewöhnlich großformatigen Miniaturen tatsächlich der Vorgang und die Umstände des Reisens im frühen 15. Jahrhundert geschildert werden. Wir sehen auf der linken Seite den Zug Jakobs mit seinen Angehörigen und seiner Habe nach Ägypten. Der Tross mit seinem zentralen Reisewagen und den darin sitzenden Mitfahrern zieht von links nach rechts über die Buchseite. Auf der gegenüberliegenden Seite ist eine Ankunft dargestellt, das Ziel der Reise, das Wiedersehen Jakobs und Josephs. Der Buchmaler nutzte also die Gegebenheiten des gebundenen Buches eindrücklich aus, um die Bewegung ins Bild zu setzen. Dies umso mehr, als er die vorgegebenen Bilderrahmen auf beiden Blattseiten freiweg überspielte und so eine größere Dynamik der Komposition und die Anmutung von Bewegung, von Erreichen und Verlassen des Bildfeldes eindrücklich visualisiert.

Text: Michael Roth, in: Wir suchen das Weite. Reisebilder von Albrecht Dürer bis Olafur Eliasson im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Ina Dinter, Berlin 2016, S. 48

The Toggenburg Chronicle or Toggenburg Bible is an outstanding example of Southern German illuminated manuscripts from the early fifteenth century. With justification, the illuminations are compared to the best example of Bohemian book painting, the illuminations of the Wenceslas Bible for King Wenceslas IV of Bohemia. It is assumed that the book painters of the Toggenburg Chronicle came from the workshop of the Master of the Wenceslas Bible.
In the context of this exhibition, the bible is particularly interesting because it describes in unusually large miniatures the act and practice of travel in the early fifteenth century. We see on the left hand side Jacob moving to Egypt with his family and all his worldly possessions. The baggage train with its central car and the passengers seated inside draws from left to right across the book page. The opposite page depicts the arrival at their destination, Jacob and Joseph as they meet again. The illuminator explicitly used the characteristics of the bound book to stage movement in the picture. All the more since he liberally ignored the given frame on both sides of the book and thus expressly visualized a greater dynamism of composition, a suggestion of movement, impressively realized by arriving at and leaving the area of the image.

Text: Michael Roth, in: We’re off then. Travel Pictures from Albrecht Dürer to Olafur Eliasson in the Kupferstichkabinett, published by Hein-Th. Schulze Altcappenberg and Ina Dinter, Berlin 2016, p. 48

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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