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Entwurf zu einem Denkmal für Friedrich den Großen auf dem Leipziger Platz in Berlin

Ident. Nr.: SZ Gilly 5

ObjID: obj:462210

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Friedrich Gilly (16.2.1772 - 3.8.1800),
Zeichner*in
Friedrich II. (Preußen, König) (1712–1786),
Genannt
Datierung
Herstellung: 1796 - 1797
Systematik/Art
Provenienz
Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
bis 1992
Abmessungen
Blattmaß: 62,0 x 135,2 cm

Objektbeschreibung

1797 sah der junge Karl Friedrich Schinkel in der Berliner Akademie-Ausstellung den epochalen Entwurf des aufstrebenden, von der französischen Revolutionsarchitektur beeinflussten Architekten Friedrich Gilly für ein Denkmal Friedrichs des Großen auf dem Leipziger Platz. Das Werk beeindruckte ihn zutiefst, es war das Inaugurationsbild für seine eigene Laufbahn als Künstler und Architekt.
Friedrich Gilly schuf das Denkmal für Friedrich den Großen anlässlich eines Preisausschreibens von 1796. Das Werk gilt als das Schlüsselbild der nachbarocken, modernen Architektur in Berlin um 1800. Es reflektiert das veränderte Selbstverständnis des Baumeisters als Baukünstler und stellt eine mediale Neuheit dar. Denn zweifellos geht nicht nur von dem Thema und der eigenartigen Verbindung ägyptischer und griechisch-römischer Stilelemente ein besonderer Reiz aus, sondern vor allem auch von der suggestiven Kraft des leicht über Eck gestellten, untersichtigen und raffiniert beleuchteten Architekturbildes. In einer derartig malerischen Inszenierung und pathetischen Entrückung des Denkmals gehen Bild, Bau und Thema eine Symbiose ein. Überdies ist das Architekturbild nicht mehr im Werkprozess verortet. Es kann vorlaufender Entwurf wie nachträgliches Dokument oder auch eine zeitlose Architekturphantasie sein und wirkt dann unmittelbar ins Geschichtliche hinein, wenn es sich um eine Rekonstruktion handelt, sei es einer Idee, die ungebaut blieb oder verunklärt wurde, sei es eines historischen Denkmals. Ein reales Gebäude kann schon in der Planung vom Entwurf abweichen, gewiss aber verändert es sich, verfällt oder verschwindet in der Zeit. Starke Bilder dagegen konservieren die Absichtsgestalt mitsamt dem räumlichen Ambiente und vermitteln diese an die Mit- und Nachwelt. Das gehört bis heute zum Kalkül eines modernen Architekten.
Weitere Forschungen sowie eine gründliche technische Untersuchung und vorsichtige Restaurierung werden das Verhältnis des hier ausgestellten, bekannten Stücks zu einer Variante klären, die sich ebenfalls im Kupferstichkabinett befindet (Kupferstichkabinett, Inv. SZ Gilly 1).

Text: Heinrich Schulze Altcappenberg, 2012 (nach dem Ausstellungskatalog Schinkel 2012)

Letzte Aktualisierung: 23.04.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Chinesinnen mit Fasanen. Aus dem "Kinderalbum"

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Die Chinesinnen ist eine der wenigen exakt datierten Gouache-Malereien aus dem legendären Kinderalbum Adolph Menzels. Der selbst nachfolgelos gebliebene Künstler hatte die über zwei Jahrzehnte hinweg entstandene Sammlung von ursprünglich 44 Blättern den Kindern seiner Schwester zugeeignet. Etliche Studien nach Fasanen und Chinesen in zwei Skizzenbüchern der Jahre 1867/68 sowie die exakte Datierung lassen vermuten, dass Menzel hier Eindrücke eines Besuchs auf der Weltausstellung während seiner zweiten Paris-Reise 1867 im Bilde verdichtet. Die Verschmelzung der beiden, aus Menschen und Tieren bestehenden Motivgruppen zu einer überaus lebendigen und heiteren Handlung kulminiert in den Farbanalogien der Kleider und Gefieder im Umfeld eines chromatisch ansonsten eher reduzierten Bildraums. Der Betrachter reist, voll gebannt von dem Zauber, gleich mehrfach mit den Augen des Künstlers: nach Paris, ins ferne Asien und ins so märchenhafte wie artifizielle Reich seiner Künste. Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg, in: Wir suchen das Weite. Reisebilder von Albrecht Dürer bis Olafur Eliasson im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Ina Dinter, Berlin 2016, S. 92Chinese Women is one of the few precisely dated gouache paintings from Adolph Menzel’s legendary Kinder-Album. The artist, who was childless, dedicated the collection of originally 44 sheets to the children of his sister. Several studies of pheasants and Chinese subjects in two sketch books from the years 1867/68 and the exact dating lead us to suspect that Menzel was recording impressions of his visit to the world exhibition during his second trip to Paris in 1867. The fusion of the two motifs, consisting of human beings and animals, to a quite lively and cheerful plot culminates in the analogous colors of the clothing and the feathers inside the visual field, otherwise reduced in its use of color. While examining this image, the beholder, spellbound by its magic, travels in several aspects with the eyes of the artist: to Paris, to distant Asia and to the fairy-tale, artificial realm of his arts. Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg, in: We’re off then. Travel Pictures from Albrecht Dürer to Olafur Eliasson in the Kupferstichkabinett, published by Hein-Th. Schulze Altcappenberg and Ina Dinter, Berlin 2016, p. 92