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Schild, bemalt und mit Inschrift

Ident. Nr.: II A 8544

ObjID: obj:502969

Details (Expert)

Beteiligte
Martin Heinrich Karl Lichtenstein (10.1.1780 - 3.9.1857),
Vorbesitzer*in
ungesichert: Ferdinand Deppe (1794 - 1861),
Vorbesitzer*in
Geografische Bezüge
USA,
Land
Material / Technik
Eitempera auf Leder
Abmessungen
Höhe x Breite: 51 x 44,5 cm
Gewicht: 1 kg

Objektbeschreibung

Das Schild wurde aus 3 Lederschichten hergestellt; steif und gebogen; Doppeladler als Wappentier auf Kaktusfrüchten in der Mitte des Schildes; darüber auf beiden Seiten 2 uniformierte Männer; oberhalb davon ein Band mit der Inschrift: "Sirvo al capitan Don Antonio Ponce" (Ich diene dem Hauptmann Don Antonio Ponce). 

Das Objekt gehörte zur Sammlung für Völkerkunde als Teil der Königlich-Preußischen Kunstkammer und war Teil des "Europäischen Schranks" im 1859 eröffneten Neuen Museum.

Heraldik und Ausführung deuten auf einen mexikanischen Kontext des Objekts hin. Die "Adarga" genannten Schilder waren ursprünglich ein Ausrüstungsgegenstand der Mauren; nach der Reconquista wurden sie jedoch von spanischen Truppen übernommen und waren vor allem in den Kolonien "Neuspaniens" in Süd- und Lateinamerika in Gebrauch. Vor allem die sogenannten "Lederdragoner" ("Soldado de cuera") verwendeten sie. Diese Einheit bestand v.a. aus sog. "Mestize", also Nachfahren von Europäer*innen und der indigenen Bevölkerung und war zur Grenzsicherung, der Eskortierung von Handelskonvoys und zum Schutz der katholischen Missionen und europäischen Siedlungen eingesetzt. Dabei geriet sie immer wieder in bewaffnete Konflikte mit Indigenen, wobei einige indigene Gruppen auch mit der Kolonialmacht kooperierten.  

Die Einheit der "Lederdragoner" wurde nach der mexikanischen Unabhängigkeit (1821) in die mexikanische Armee integriert und bewachte das nun mexikanisch-amerikanische Grenzgebiet. Das Wappentier und seine Ausführung ähneln dem Wappen der Adelsfamilie Ponce de Leon aus dem heute mexikanischen Bundesstaat Chihuaha. Ein Antonio Ponce befehligte im mexikanisch-amerikanischen Krieg die mexikanischen Truppen in der Schlacht von El Brazito. Womöglich bezieht sich der Name auf dem Schild, welches keinerlei Insignien des spanischen Königshauses aufweist, auf diesen Kommandanten. Zeitlich wäre es dann zwischen den 1820er und 1840er Jahren einzuordnen.  

Erworben wurde das Schild aus dem Nachlass von Martin Heinrich Lichtenstein (Gründer des Berliner Zoologischen Gartens und des Naturkundemuseums). Lichtenstein selbst war nie in Südamerika gewesen, finanzierte jedoch maßgeblich die Expeditionen von Ferdinand Deppe, welcher in den 1820er und 1830er Jahren durch das gerade unabhängige Mexiko reiste, zu dem auch die heute südlichen US-amerikanischen Bundesstaaten gehörten.

Letzte Aktualisierung: 12.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

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Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Querformat. Rechts oben rotgesäumtes Lichtloch, auf Wolkenkissen stehend Mutter Gottes, auf der Rechten das Kind, auf der Linken Traube. Von ihr je ein Strahl zu den beiden Verunglückten. Im Hintergrund Baumgruppen, beiderseits eine Kapelle. Im Mittelpunkt ein gezäunter Weg. Auf diesem hält eine Karosse mit zwei Schimmeln und Kutscher, die beiden Fahrgäste als Zuschauer am Zaun. Im Vordergrund Grasfuder mit zwei durchgehenden Pferden. Vom Wagen stürzt ein Mädchen, neben den Pferden liegt eine Frau. Rechts vom Wagen der aufstakende Bauer. Unter der Darstellung breites Schriftband, weiß, beiderseits rot endend: "Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754."