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Tschutra, Weinflasche aus Holz

Ident. Nr.: II B 258 a-b

ObjID: obj:502995

Details (Expert)

Geografische Bezüge
Ungarn,
Land
Material / Technik
Holz, gedrechselt und bemalt
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 46 x 30 cm
Gewicht: 500 g

Objektbeschreibung

Gedrechselte, einseitig bemalte Rundflachflasche; vollständig mit Propfen; eindeutig erkennbar ist die Farbgestaltung inform einer ungarischen Trikolore.

Das Objekt gehörte zur Sammlung für Völkerkunde als Teil der Königlich-Preußischen Kunstkammer und war Teil des "Europäischen Schranks" im 1859 eröffneten Neuen Museum. Erworben wurde die Flasche am 10.3.1854 vom damaligen Generaldirektor Ignaz von Olfers.

Der Originaltitel des Objekts in der Kunstkammer lautete "Eine hölzerne ungarische Weinflasche". Später tauchte zusätzlich die Bezeichnung "Tschutra" auf, die im ersten Europa-Katalogbuch des Museums für Völkerkunde (1876) angegeben war. 

Ob die Flasche aus dem Gebiet des heutigen Ungarns oder aus einem anderen Teil des damaligen Königreich Ungarns ans Museum kam, ist nicht zu ermitteln. Möglich wäre auch eine Herkunft aus Siebenbürgen, wo v.a. im Bürgertum und während der ungarischen Revolution von 1848/1849 die ungarische Nationalbewegung viele Anhänger hatte.  

Holzflaschen wie diese waren in ganz Südosteuropa verbreitet. Auch im heutigen Deutschland sind Exemplare bereits aus dem frühen Mittelalter überliefert. Auch der Begriff und seine Geschichte verweisen auf eine große Verbreitung, da er vom Tükischen ("çotura") bis zum Italienischen ("ciotola") auf den gleichen Ursprung aus dem Griechischen zurückgeht. Unter den Ungarn hat sich der Begriff "Csutora", unter den Deutschen in der Region das Wort "Tschutra" etabliert. 
Der Literatur zufolge wurde in Ungarn die Verbreitung des Gefäßes durch die Tatsache begünstigt dass es im 18. Jahrhundert Teil der Ausstattung der österreichisch-ungarischen Armee wurde.

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

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Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Querformat. Rechts oben rotgesäumtes Lichtloch, auf Wolkenkissen stehend Mutter Gottes, auf der Rechten das Kind, auf der Linken Traube. Von ihr je ein Strahl zu den beiden Verunglückten. Im Hintergrund Baumgruppen, beiderseits eine Kapelle. Im Mittelpunkt ein gezäunter Weg. Auf diesem hält eine Karosse mit zwei Schimmeln und Kutscher, die beiden Fahrgäste als Zuschauer am Zaun. Im Vordergrund Grasfuder mit zwei durchgehenden Pferden. Vom Wagen stürzt ein Mädchen, neben den Pferden liegt eine Frau. Rechts vom Wagen der aufstakende Bauer. Unter der Darstellung breites Schriftband, weiß, beiderseits rot endend: "Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754."

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Querformat. Oben in der Mitte auf Wolkenkissen Maria Hilf. Dunkler Himmel, im Hintergrund Bäume. Im Vordergrund ein Fluss, links geschwungener Holzsteg, aus dem ein Stück fehlt. Im Fluss schwimmend Fuder mit zwei Pferden bespannt, Frau, Mann auf Holzstück und Kind, sich an einem Brückenpfahl haltend. Rechts am Ufer festgemacht, wohl Schiffsmühle. Unter der Darstellung Schriftband: Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!Durch die untere Häfte dieses Votivbildes schimmert ein Älteres durch. Man erkennt vor einem großen Hause einen bespannten Wagen mit zwei Männern. Am rechten Rand: 1786 EXVOTO (?)Die Votivtafel wurde im August 1968 in Gemäldegalerie gerönt und infrarot aufgenommen. Wagen von links mit 2 Pferden und Reiter stößt gegen den mit 4 Pferden bespannten Heuwagen. (?) Reiter des Sattelpferdes blickt zurück zu einem Mann, der vor die Hinterräder gefallen ist. Auf Hausgiebel kleine stehende Muttergottes. Druch die Aufnahme die Lesung der Inschrift bestätigt.