Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Gebrauch: 1939
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Holz
- Abmessungen
- Länge x Breite: 44,8 x 7,8 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/506941
Objektbeschreibung
Lt. Karteikarte handelt es sich um "primitive Handarbeit aus rohem Holz".
Bis ins 20. Jahrhundert hinein aßen Hausgemeinschaften in weiten Teilen Bulgariens aus einem gemeinsamen Topf, wobei dabei in der Regel individuelles - und häufig auch verziertes oder anderweitig individualisiertes - Besteck benutzt wurde, das nach dem Essen in einem solchen Korb verwahrt wurde (vgl. Aufnahme dazu in den Digital Assets aus der Ausstellung im Ethnografischen Museum in Sofia, aufgenommen von Matthias Thaden bei einer Forschungsreise nach Serbien und Bulgarien im Oktober 2024).
Der Sammler Gustav-Adolf Küppers-Sonnenberg sammelte diesen Löffel im Juni 1939 im thrakischen Strandža-Gebirge südlich von Burgas am Schwarzen Meer. Dies geschah im Rahmen der letzten seiner insgesamt fünf Sammelreisen auf dem Balkan. Sammelorte waren dabei vor allem die Ortschaften Brodilovo, Zarevo (früher auch unter dem griechischen Namen "Wasiliko" bekannt) und Balgari (früher auch unter dem griechischen Namen "Vurgari" bekannt). Einige seiner Fotos von diesem Teil der Reise befinden sich auch in der Fotosammlung des MEK (VIII Eu 3750-3827).
Küppers war u.a. im Auftrag der Abt. "Eurasien" (später Abt. "Europa") des damaligen Museums für Völkerkunde unterwegs. An mehreren Orten nahm er auch Wachswalzen für die Phonogrammabteilung des Museums auf. Zudem betätigte er sich im Zeichen der nationalsozialistischen Rassenpolitik: Für das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik fertigte er in vielen Dörfern Fingerabdrücke der Bewohner*innen an. Zudem machte er Portraitaufnahmen, die die vermeintlich typischen Physiognomien der Menschen zeigten und taxierten. Diese veröffentlichte er auch in rassistischen Periodika, wie "Volk und Rasse".
Die Lieferung aus Burgas ging nach längerer Wartezeit am 20.7.1939 am Hafen von Burgas ab und traf am 5.9.1939 über Hamburg in Berlin-Dahlem ein, vgl. Spedition "Intercontinentale" an Museum für Völkerkunde, in: Archiv des EM der SMB, I/MV 1361, pag. 182.
Fast 20 Jahre nach der Reise publizierte Küppers seine Eindrücke von diesem Teil der Reise, vgl. G. A. Küppers-Sonnenberg, Bei den Feuertänzern (Nestinari) im bulgarischen Strandschagebirge, Zeitschrift für Ethnologie 81, 1 (1956), 118-123. Seine Tochter Heimtraut beschrieb diesen Teil der Reise in ihrem Reisetagebuch, vgl. Einträge ab 3.6.1939 (MEK, Ident.-Nr. N (62 F) 2/2023)
Letzte Aktualisierung: 20.05.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum Europäischer Kulturen
E-Mail:
mek@smb.spk-berlin.de