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Trommel mit Schlägel für Feuertänze

Ident. Nr.: II B 4345 a-b

ObjID: obj:507004

Details (Expert)

Beteiligte
Gustav Adolf Küppers-Sonnenberg (1894-1978),
Sammler*in
Geografische Bezüge
Abmessungen
Durchmesser x Tiefe: 40,0 x 18,0 cm (a)
Länge: 30 cm (b)

Objektbeschreibung

Trommel ("Tupan") ohne Fell und mit Schnur zur Aufhängung an der Schulter. Z.T. stark abgeblätterte blaue Farbschicht.  

Laut Transportliste wurde diese Trommel (genannt "Tupan" [тъпан]) bei den bulgarischen Feuertänzen (Nestinarstwo) gespielt. Neben der bulgarischen Sackpfeife "Gaida/Gajda" (Vgl. Ident. Nr. II B 4311 a-e) ist sie fester Bestandteil dieses Rituals. Sie ist unter verschiedenen Namen auf der ganzen Balkanhalbinsel verbreitet.

Der Sammler Gustav-Adolf Küppers-Sonnenberg sammelte das Instrument im Juni 1939 im thrakischen Strandža-Gebirge südlich von Burgas am Schwarzen Meer. Dies geschah im Rahmen der letzten seiner insgesamt fünf Sammelreisen auf dem Balkan. Sammelorte waren dabei vor allem die Ortschaften Brodilovo, Sozopol, Zarewo (früher auch unter dem griechischen Namen "Wasiliko" bekannt) und Balgari (früher auch unter dem griechischen Namen "Vurgari" bekannt). 

Besonders interessierten ihn an diesen Orten die "Nestinari" und das Ritual der "Feuertänze" (Puchner plädiert jedoch für den Begriff "Feuerlauf", vgl. Puchner 2009, 200). Das Ritual, bei dem mit Ikonen in einer Art Trancezustand über glühende Kohlen getanzt wird, ohne dass die Tänzer*innen Verbrennungen davontragen, hat einen bislang nicht gänzlich aufgeklärten Ursprung. 

Das Instrument wurde vermutlich im Rahmen der von Küppers beobachteten Feuertänze in Nowo Panitscharewo erworben.
Eine Beschreibung der Spezifika der Tupan findet sich bei Vakarelski, Bulgarische Volkskunde, Berlin 1969, S. 200.

Eine lange unterstellte Verbindung der Feuertänze zum antiken Dionysios-Kult wurde von der neueren Forschung zurückgewiesen. In den multikonfessionellen Dörfern entlang der osmanischen Schwarzmeerküste (auf Griechisch sind die Nestinari bekannt als "Anastenaria") wurde der Feuerlauf von Griechen und Bulgaren gleichermaßen und zu verschiedenen Anlässen praktiziert, besonders zum Fest des Heiligen Konstantins und der Heiligen Helena am 21. Mai (vgl. auch Dimitris Xygalatas, Ethnography, Historiography, and the Making of History in the Tradition of the Anastenaria, History & Anthropology 22,1 (2011), 57-74).

Im Zuge von Pogromen an der griechischen Bevölkerung ab Ende des 19. Jahrhunderts und Vertreibungen/Bevölkerungsaustauschen nach den Balkankriegen 1912/13 und dem 1. Weltkrieg verschwand der Brauch immer mehr aus den nun bulgarischen Gebieten. Im griechischen Teil Mazedoniens wurde er von griechischen Geflüchteten zum Teil wiederbelebt. In Bulgarien wird er heute nur noch im Ort Balgari aufgeführt und offensiv touristisch vermarktet. Im Jahr 2009 wurde das "Nestinarentum" (Nestinarstvo) auf Vorschlag Bulgariens in die Liste des Immateriellen Kulturellen Erbes der UNESCO aufgenommen.            

Küppers, der die Tänze vor allem im Dorf Nowo Panitscharewo bei Sozopol beobachtete, war also Zeuge eines schon bald nicht mehr existenten Rituals. Die Filme, die er von diesem Ritual ebenfalls aufnahm, wurden im Krieg zerstört. Fast 20 Jahre nach der Reise publizierte Küppers seine Eindrücke, vgl. G. A. Küppers-Sonnenberg, Bei den Feuertänzern (Nestinari) im bulgarischen Strandschagebirge, Zeitschrift für Ethnologie 81, 1 (1956), 118-123.  

Küppers Tochter Heimtraut beschrieb diesen Teil der Reise in ihrem Reisetagebuch, vgl. Einträge ab 3.6.1939 (MEK, Ident.-Nr. N (62 F) 2/2023).

Letzte Aktualisierung: 12.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

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Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Querformat. Rechts oben rotgesäumtes Lichtloch, auf Wolkenkissen stehend Mutter Gottes, auf der Rechten das Kind, auf der Linken Traube. Von ihr je ein Strahl zu den beiden Verunglückten. Im Hintergrund Baumgruppen, beiderseits eine Kapelle. Im Mittelpunkt ein gezäunter Weg. Auf diesem hält eine Karosse mit zwei Schimmeln und Kutscher, die beiden Fahrgäste als Zuschauer am Zaun. Im Vordergrund Grasfuder mit zwei durchgehenden Pferden. Vom Wagen stürzt ein Mädchen, neben den Pferden liegt eine Frau. Rechts vom Wagen der aufstakende Bauer. Unter der Darstellung breites Schriftband, weiß, beiderseits rot endend: "Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754."

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Querformat. Oben in der Mitte auf Wolkenkissen Maria Hilf. Dunkler Himmel, im Hintergrund Bäume. Im Vordergrund ein Fluss, links geschwungener Holzsteg, aus dem ein Stück fehlt. Im Fluss schwimmend Fuder mit zwei Pferden bespannt, Frau, Mann auf Holzstück und Kind, sich an einem Brückenpfahl haltend. Rechts am Ufer festgemacht, wohl Schiffsmühle. Unter der Darstellung Schriftband: Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!Durch die untere Häfte dieses Votivbildes schimmert ein Älteres durch. Man erkennt vor einem großen Hause einen bespannten Wagen mit zwei Männern. Am rechten Rand: 1786 EXVOTO (?)Die Votivtafel wurde im August 1968 in Gemäldegalerie gerönt und infrarot aufgenommen. Wagen von links mit 2 Pferden und Reiter stößt gegen den mit 4 Pferden bespannten Heuwagen. (?) Reiter des Sattelpferdes blickt zurück zu einem Mann, der vor die Hinterräder gefallen ist. Auf Hausgiebel kleine stehende Muttergottes. Druch die Aufnahme die Lesung der Inschrift bestätigt.