Spinnrocken (Hurka) mit drei Zinken
Ident. Nr.: II B 4400
ObjID: obj:507059
Details (Expert)
- Beteiligte
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Holz
- Abmessungen
- Länge x Breite: 35 x 12 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/507059
Objektbeschreibung
An einem sog. "Rocken" (bulg. Хурка/Hurka) wird beim Spinnen die Wolle oder andere, noch unversponnene Fasern befestigt. Es gibt drei charakteristische Rockentypen. Hier handelt es sich um einen sog. "Stehrocken" (vgl. Vakarelski, S. 147). Die am Kopf ursprünglich vorhandene und ebenfalls ans Berliner Museum verbrachte Wolle ist nicht mehr vorhanden.
Der Rocken wurde im Rahmen eines Aufenthalts des Sammlers G.A. Küppers bei den Karakatschani-Hirten gesammelt. Küppers fuhr bei seiner letzten Reise im Jahr 1939 in die Hochebenen des Balkangebirges zu den hier lebenden Karakatschani-Hirten ("Karakatschanen"). Die Karakatschani (bulg: каракачани; griechisch: Sarakatsani/Σαρακατσάνοι) lebten bis ins mittlere 20. Jahrhundert als nomadische Gruppe, die vergleichsweise isoliert von ihrer Umgebung lebte und entsprechend viele kulturelle Eigenheiten bewahren konnte. Die von Küppers besuchten Personen wanderten offenbar zwischen dem Balkan- und dem Strandzagebirge. In den späten 1950er/frühen 1960er Jahren wurden die Karakatschani in Bulgarien gezwungen, den nomadischen Lebensstil aufzugeben (Zwangsaufgabe der Herden, Steuern, Arbeitsdienste, Integrierung in die Kooperativen etc. führen zum Niedergang sozialer Strukturen und kulturelle Praktiken). Durch Grenzziehungen im 20. Jahrhundert, spätestens aber durch die Trennung der griechisch-bulgarischen Karakatschani durch den "Eisernen Vorhang" wurde der transhumane Lebensstil zudem stark eingeschränkt.
Letzte Aktualisierung: 12.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Museum Europäischer Kulturen
E-Mail:
mek@smb.spk-berlin.de