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Ident. Nr.: II B 4535

ObjID: obj:507195

Details (Expert)

Beteiligte
Gustav Adolf Küppers-Sonnenberg (1894-1978),
Sammler*in
Datierung
1936
Geografische Bezüge
Vojvodina,
Region
Material / Technik
Gerstenstroh, geflochten
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 19 x 18 x 3 cm

Objektbeschreibung

Aus ca. 40 Getreidehalme geflochtene, geometrische Figur: rechteckiger, flacher Körper mit rechts und links abgeschnittenen Halmen (leichte T-Form). Die Ähren hängen nach unten. Eine auf der Zeichnung der Karteikarte noch zu sehende, kleine Knoblauchzehe an der rechten unteren Ecke ist nicht erhalten. Ein geschälter Weidenstab dient als Basis des rechteckigen Geflechts.

Kleine Amulette aus Stroh wurden in verschiedenen Regionen Europas am Ende der Kornernte geflochten. Sie konnten Zeichen der Fruchtbarkeit, Glücksbringer, Liebesgaben sein. Zudem waren sie dazu gedacht, Haus und Felder (d.h. die kommende Erntesaison) zu schützen. Zu diesem Zweck hängte man Amulette wie dieses vom Sammler als „Fruchtbart" bezeichnete Objekt an Türen, in Wohnräumen, in Ställen und Scheunen auf, wo sie bis zur nächsten Ernte hingen.

In einigen Gegenden hatten diese Amulette auch die Form stilisierter Menschen als sog. „corn dollys“ bzw. „Kornbraut“

Die Amulette aus Stroh wurden meist aus den am letzten geernteten Ähren geflochten, da in diesen der Geist des Getreides vermutet wurde. Heute sind viele Getreidesorten so gezüchtet, dass die Halme möglichst kurz sind, damit die Halme auf dem Feld nicht durch Wind und Wetter brechen. Früher jedoch waren die Halme länger und eigneten sich deshalb besser zum Flechten. Mit der Mechanisierung der Ernte im 20. Jh. verloren diese Amulette an Bedeutung. In einigen Regionen (z.B. Großbritannien) erlebten sie als Nischenhobby ein kleines Revival.
Auch in anderen Regionen werden ähnliche Amulette geflochten, z.B. in der Türkei, in Ägypten und Afghanistan. Es scheint, als sei diese konkrete Form eher in muslimisch geprägten Regionen vorherrschend.

Gustav-Adolf Küppers, der zwischen 1935 und 1939 jährliche Reisen nach Südosteuropa unternahm und dort erworbenen Objekte an die Abteilung Eurasien des Museums für Völkerkunde Berlin verkaufte, erwarb diesen Fruchtbart sowie andere Fruchtbärte in weiteren Regionen des Balkans.

Letzte Aktualisierung: 20.05.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

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Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Querformat. Oben in der Mitte auf Wolkenkissen Maria Hilf. Dunkler Himmel, im Hintergrund Bäume. Im Vordergrund ein Fluss, links geschwungener Holzsteg, aus dem ein Stück fehlt. Im Fluss schwimmend Fuder mit zwei Pferden bespannt, Frau, Mann auf Holzstück und Kind, sich an einem Brückenpfahl haltend. Rechts am Ufer festgemacht, wohl Schiffsmühle. Unter der Darstellung Schriftband: Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!Durch die untere Häfte dieses Votivbildes schimmert ein Älteres durch. Man erkennt vor einem großen Hause einen bespannten Wagen mit zwei Männern. Am rechten Rand: 1786 EXVOTO (?)Die Votivtafel wurde im August 1968 in Gemäldegalerie gerönt und infrarot aufgenommen. Wagen von links mit 2 Pferden und Reiter stößt gegen den mit 4 Pferden bespannten Heuwagen. (?) Reiter des Sattelpferdes blickt zurück zu einem Mann, der vor die Hinterräder gefallen ist. Auf Hausgiebel kleine stehende Muttergottes. Druch die Aufnahme die Lesung der Inschrift bestätigt.