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Der Steuereinnehmer und der Schuster (Der Reiche und der Arme)

Ident. Nr.: II B 9077

ObjID: obj:513300

Details (Expert)

Beteiligte
Kasarinov,
Verleger*in
Datierung
1880
Abmessungen
Höhe x Breite: 35,2 x 44,3 cm

Objektbeschreibung

Querformat. Der Steuereinnehmer und der Schuster (Der Reiche und der Arme)
Ein Steuereinnehmer lebte im vollen Überfluss,
ihm fehlte keine Freude, kein Genuss.
Nur einen Kummer, einen Mangel litt er:
Er kannte keinen Schlummer, keinen Schlaf.
Und wenn er spät erst gegen Morgen einschlief,
dann störte ihn des Nachbarn fröhliches Singen.
Vom frühen Morgen bis zum späten Abend sang er.
Und endlich hielt der Reiche es nicht mehr aus
und rief den armen Nachbarn in sein Haus.
Der kam. "Sei mir gegrüßt, mein Freund!"
- "Auch ich grüß untertänigst, edler Herr."
- "Nun Bruder gehts euch gut? Ihr singt stets mit frohem Mut."
- "Wie's geht? nicht schlecht. Mir ist's wie Gott es schicket recht.
An Arbeit fehlt es nicht,
zum Leben reicht es grad,
und meine Frau ist jung und lieb,
und mit 'ner guten Frau
lässt sich in guten und in schlechten Tagen
die Arbeit wie die Armut gut ertragen."
- "So seid ihr arm und singt doch früh und spät?"
- "Gewiss, so dank ich Gott für alles, was er gibt."
- "Und wär's nicht besser noch, ihr hättet viel?
Ihr hättet Geld und wäret reich wie wir?"
- !Warum nicht gar? Der Mensch ist so geschaffen, er möchte gern recht viel."
- "Nun denn, so nimm dies Säckchen hier.
Es ist ganz voll mit Geld,
ich schenk es dir von Herzen. - Der Arme nahm das Geld. Doch ach!
Nun schreckt ihn jedes Flüstern, jeder Krach.
Nun kam die Angst, man könnt das Geld ihm stehlen,
er mußte es verstecken und verhehlen,
nie fand er Schlaf, nie sang er mehr ein Lied,
er ward verdrießlich, schlaff und müd,
im Keller wollte er das Geld vergraben.
dann aber sprach er: "Nein, ich will es nicht mehr haben!"
Er nahm es, brachte es zurück und fand erst dann zu seinem alten Glück.

Letzte Aktualisierung: 12.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

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Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Querformat. Rechts oben rotgesäumtes Lichtloch, auf Wolkenkissen stehend Mutter Gottes, auf der Rechten das Kind, auf der Linken Traube. Von ihr je ein Strahl zu den beiden Verunglückten. Im Hintergrund Baumgruppen, beiderseits eine Kapelle. Im Mittelpunkt ein gezäunter Weg. Auf diesem hält eine Karosse mit zwei Schimmeln und Kutscher, die beiden Fahrgäste als Zuschauer am Zaun. Im Vordergrund Grasfuder mit zwei durchgehenden Pferden. Vom Wagen stürzt ein Mädchen, neben den Pferden liegt eine Frau. Rechts vom Wagen der aufstakende Bauer. Unter der Darstellung breites Schriftband, weiß, beiderseits rot endend: "Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754."

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Querformat. Oben in der Mitte auf Wolkenkissen Maria Hilf. Dunkler Himmel, im Hintergrund Bäume. Im Vordergrund ein Fluss, links geschwungener Holzsteg, aus dem ein Stück fehlt. Im Fluss schwimmend Fuder mit zwei Pferden bespannt, Frau, Mann auf Holzstück und Kind, sich an einem Brückenpfahl haltend. Rechts am Ufer festgemacht, wohl Schiffsmühle. Unter der Darstellung Schriftband: Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!Durch die untere Häfte dieses Votivbildes schimmert ein Älteres durch. Man erkennt vor einem großen Hause einen bespannten Wagen mit zwei Männern. Am rechten Rand: 1786 EXVOTO (?)Die Votivtafel wurde im August 1968 in Gemäldegalerie gerönt und infrarot aufgenommen. Wagen von links mit 2 Pferden und Reiter stößt gegen den mit 4 Pferden bespannten Heuwagen. (?) Reiter des Sattelpferdes blickt zurück zu einem Mann, der vor die Hinterräder gefallen ist. Auf Hausgiebel kleine stehende Muttergottes. Druch die Aufnahme die Lesung der Inschrift bestätigt.