Ident. Nr.: II A 5446
ObjID: obj:522993
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Ende 19./Anfang 20. Jh.
- Material / Technik
- Fichtenspanholz, Roßhaar, Eisendraht, Schnur, Nägel, hellbraun
- Abmessungen
- Höhe x Durchmesser: 10 x 24,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/522993
Objektbeschreibung
Runder Spanholzrahmen aus einem Stück, Enden mit Eisendraht verklammert. Außen zwei schmalere Stabilisierungsrahmen, der untere hält den Siebeinsatz, der aus Roßhaar geflochten ist.
Das Objekt wurde, wie durch die Einfärbung ersichtlich, zum Passieren von Waldbeeren benutzt. Aus Pferdehaaren ließen sich früher viel feinere Siebböden als aus Draht herstellen. Roßhaarsiebe kamen daher beim Sieben feiner Stoffe, wie Mehl, Farben und Gewürzen zum Einsatz. Man nutzte sie auch wenn Metall als Siebboden nicht gewünscht war. Auch Küchensiebe und Kaffeefilter wurden zunächst aus Haargewebe hergestellt. Für die Siebränder wird handgespaltenes, gekochtes und gebogenes Fichten- oder Tannenholz verwendet. Ein Zentrum der Haarsiebmacherei in Deutschland war Hainewalde in der Oberlausitz, wo es in den 1930er-Jahren noch vier Siebfabriken gab. Haarsiebe wurden in viele europäische Länder exportiert, beispielsweise nach Dänemark, Holland und in die Schweiz.
Letzte Aktualisierung: 12.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Museum Europäischer Kulturen
E-Mail:
mek@smb.spk-berlin.de