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Ident. Nr.: A (18 C 12)

ObjID: obj:540051

Details (Expert)

Beteiligte
Friedrich Großmann (12.03.1939),
Sammler*in
Datierung
um 1900
Abmessungen
Höhe x Breite: 13 x 22 cm

Objektbeschreibung

Auf dem rechteckigen groben Kanevas befinden sich ein roter, ein rot-weißer und ein weißer Stopfen. Laut den Angaben des Sammlers wurde das Tuch von Helene Schmidt um 1900 in einer Volksschule in Breslau (Wroclaw) angefertigt.

Das Museum Europäischer Kulturen besitzt rund 125 Stopfmustertücher. Dieses Tuch ist ein Beispiel für die Vereinfachung und Standardisierung von Mustertüchern im Rahmen des Handarbeitsunterrichts, der 1872 als Klassenunterricht für Mädchen an allen öffentlichen preußischen Volksschulen verpflichtend eingeführt wurde.

Das Tuch gehört zum sogenannten Altbestand und wurde 1934 als Teil einer großen Mustertuchsammlung von Friedrich Großmann angekauft. Großmann, Direktor des Oberversicherungsamtes in Potsdam (gest. 12.3.1939), hatte sich umfangreich mit der historischen Entwicklung von Mustertüchern in Deutschland und Europa beschäftigt. Er war eine Zeit lang als Referent für das Volksschulwesen der Großstädte um Berlin tätig und hatte hier auch Einblick in die Formen des Handarbeitsunterrichts. In dieser Funktion begann er vermutlich, Tücher zu sammeln. Nach eigenen Aussagen interessierten ihn dabei nicht nur die schönen, kunstvoll gefertigten Stücke, sondern auch jene einfachen Übungstücher, die in Volksschulen zwischen 1870 und 1920 entstanden.

Seine Erkenntnisse zur Entwicklung von Mustertüchern im Handarbeitsunterricht wurden 1942 posthum in den Zeitschriften „Volkswerk“ und „Die Neue Deutsche Schule“ veröffentlicht. Seine über 2850 Objekte fassende Mustersammlung ging im II. Weltkrieg größtenteils verloren. Heute sind noch rund 730 Objekte dieser Sammlung im MEK vorhanden, darunter 27 Stopfmustertücher.

Letzte Aktualisierung: 29.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

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