Ident. Nr.: N (7 S) 1/1994,10323 a-b
ObjID: obj:546231
Details (Expert)
- Datierung
- Herstellung: 20. Jh.
- Material / Technik
- Birkenrinde, geprägt, bemalt, geflochten
- Abmessungen
- Länge x Breite x Höhe: 25 x 10 x 11 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/546231
Objektbeschreibung
Hell-/mittelbrauner Korb in a) Kartonform mit b) Deckel. Birkenrindenstreifen in gleichmäßiger Schrägflechtung, wobei jedes 2. Feld eine Prägung in Rosettenform aufweist.
a) Offener Quader, oben eine zusätzliche Längskante zum Aufsetzen und zur Verstärkung des Deckelansatzes eingeflochten. Längsmittig als Deckelverschluss ein rindenumwickelter Drahthalbring mit einer Schnur und einem Holzanhänger mit Loch. Bodenaufschrift „De".
b) loser, flacher Deckel mit rechteckiger Verschlussschlaufe (Draht mit Rinde umwickelt). Deckel wurde an einer Längsseite vermutlich nachträglich vom Unterteil abgeschnitten.
Birkenrinde wird traditionell in Skandinavien, in Polen, der Ukraine und in Russland zum Flechten benutzt. Man gewinnt die Streifen im Frühjahr, wenn sich die neuen Blätter dunkelgrün färben. Die obere Rindenschicht wird vertikal etwa 4 -6 cm eingeschnitten und dann spiralförmig abgezogen. Die max. 1 m langen Streifen müssen noch mehrfach zugeschnitten und geteilt werden, bis alle Flechtstreifen gleichmäßig sind. Am Baum wächst die Rinde nach 2-3 Jahren wieder nach. Um die Rindenstreifen besser verarbeiten zu können, werden sie mit heißem Dampf behandelt. Nur Anfang und Ende der Flechtarbeit müssen fixiert werden, sonst wird die Spannung/Form allein durch das Material gehalten. Für den Rand werden die Streifenenden schmaler zugeschnitten, umgebogen und eingeflochten. Bei diesem Behältnis wurden die Streifen der sichtbaren Flächen mit Punzierungen (achtteilige Blume/Stern) versehen.
Dieses sehr aufwändig und kunstvoll gefertigte Behältnis zeugt von besonderer Handwerkskunst und von der Schönheit des Birken-Materials.
Körbe mit Scharnierdeckel sind in Finnland eine relativ junge Entwicklung. Niilo Valonen schrieb 1952: „Der früheste derartige Korb bekannten Alters stammt aus dem J. 1905 (Saarijärvi)." (S. 100) Als Funktion vermutet er die Beförderung von Mundvorrat.
Die größeren geschlossenen Körbe mit abnehmbaren Deckel dienten dagegen als Kleider- oder „Schleierkorb" der Aufbewahrung besonderer Kleidungsstücke, der Kirchgangutensilien oder auch der Wegzehrung auf Kirchreisen oder bei der Fahrt ins Dorf oder die Stadt (Valonen, 1952, S. 95).
a) Offener Quader, oben eine zusätzliche Längskante zum Aufsetzen und zur Verstärkung des Deckelansatzes eingeflochten. Längsmittig als Deckelverschluss ein rindenumwickelter Drahthalbring mit einer Schnur und einem Holzanhänger mit Loch. Bodenaufschrift „De".
b) loser, flacher Deckel mit rechteckiger Verschlussschlaufe (Draht mit Rinde umwickelt). Deckel wurde an einer Längsseite vermutlich nachträglich vom Unterteil abgeschnitten.
Birkenrinde wird traditionell in Skandinavien, in Polen, der Ukraine und in Russland zum Flechten benutzt. Man gewinnt die Streifen im Frühjahr, wenn sich die neuen Blätter dunkelgrün färben. Die obere Rindenschicht wird vertikal etwa 4 -6 cm eingeschnitten und dann spiralförmig abgezogen. Die max. 1 m langen Streifen müssen noch mehrfach zugeschnitten und geteilt werden, bis alle Flechtstreifen gleichmäßig sind. Am Baum wächst die Rinde nach 2-3 Jahren wieder nach. Um die Rindenstreifen besser verarbeiten zu können, werden sie mit heißem Dampf behandelt. Nur Anfang und Ende der Flechtarbeit müssen fixiert werden, sonst wird die Spannung/Form allein durch das Material gehalten. Für den Rand werden die Streifenenden schmaler zugeschnitten, umgebogen und eingeflochten. Bei diesem Behältnis wurden die Streifen der sichtbaren Flächen mit Punzierungen (achtteilige Blume/Stern) versehen.
Dieses sehr aufwändig und kunstvoll gefertigte Behältnis zeugt von besonderer Handwerkskunst und von der Schönheit des Birken-Materials.
Körbe mit Scharnierdeckel sind in Finnland eine relativ junge Entwicklung. Niilo Valonen schrieb 1952: „Der früheste derartige Korb bekannten Alters stammt aus dem J. 1905 (Saarijärvi)." (S. 100) Als Funktion vermutet er die Beförderung von Mundvorrat.
Die größeren geschlossenen Körbe mit abnehmbaren Deckel dienten dagegen als Kleider- oder „Schleierkorb" der Aufbewahrung besonderer Kleidungsstücke, der Kirchgangutensilien oder auch der Wegzehrung auf Kirchreisen oder bei der Fahrt ins Dorf oder die Stadt (Valonen, 1952, S. 95).
Letzte Aktualisierung: 29.06.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum Europäischer Kulturen
E-Mail:
mek@smb.spk-berlin.de