Ident. Nr.: A (22 D 13) Blatt 1
ObjID: obj:583599
Details (Expert)
- Datierung
- um 1900
- Material / Technik
- Stroh, teilweise gefärbt, geflochten
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 42 x 27 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/583599
Objektbeschreibung
Neun Proben von zumeist gefärbten Strohborten (ungefärbt, rot, blau, grün, braun; z.T. 2 Farben in einer Borte), montiert auf einem Karton.
Strohborten dieser Art wurden in Schonach im Schwarzwald in Heimarbeit angefertigt. Die hier montierten Stücke sind kurze Abschnitte von meterlangen Borten.
Das Flechten war meist die Aufgabe von Frauen und Kindern, die fertigen Strohborten wurden anschließend weiterverarbeitet und zum Beispiel zu Hüten zusammengenäht.
In Europa gab es verschiedene Zentren für das Flechten solcher Strohborten. Neben Schonau im Schwarzwald wurde dies u.a. auch in Lindenberg im Allgäu, in Wohlen im Kanton Aargau und in der Toskana praktiziert. In den meisten Fällen war es der Handel mit anderen Waren, der als Beiprodukt das Strohbortenflechten in die jeweiligen Regionen brachte.
So waren es im Schwarzwald Uhrenhändler und Glasträger, die das Flechten von Strohborten mitbrachten. Das Strohbortenflechten hatte dort vor allem während des 19. Jahrhunderts seine Blütezeit, als das Tragen von Strohhüten, die modischen Strömungen unterlagen, populär wurde. In Schonach wurde dafür meist Roggen verwendet, der dafür noch unreif geerntet wurde. Frauen und Kinder verflochten die Roggenhalme während der Wintermonate zu Borten. Der Lohn war gering, aber dennoch willkommen, da die Bevölkerung in großer Armut lebte. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts kam es in Schonach zu einer Professionalisierung des Gewerbes, zwei Strohhutfabriken eröffneten. Während schon Anfang des 20. Jahrhunderts durch Konkurrenz auf dem Weltmarkt der Niedergang des Strohbortenflechtens in Schonach eingeläutet wurde, schloss die letzte Strohhutmanufaktur dort 1992.
Strohborten dieser Art wurden in Schonach im Schwarzwald in Heimarbeit angefertigt. Die hier montierten Stücke sind kurze Abschnitte von meterlangen Borten.
Das Flechten war meist die Aufgabe von Frauen und Kindern, die fertigen Strohborten wurden anschließend weiterverarbeitet und zum Beispiel zu Hüten zusammengenäht.
In Europa gab es verschiedene Zentren für das Flechten solcher Strohborten. Neben Schonau im Schwarzwald wurde dies u.a. auch in Lindenberg im Allgäu, in Wohlen im Kanton Aargau und in der Toskana praktiziert. In den meisten Fällen war es der Handel mit anderen Waren, der als Beiprodukt das Strohbortenflechten in die jeweiligen Regionen brachte.
So waren es im Schwarzwald Uhrenhändler und Glasträger, die das Flechten von Strohborten mitbrachten. Das Strohbortenflechten hatte dort vor allem während des 19. Jahrhunderts seine Blütezeit, als das Tragen von Strohhüten, die modischen Strömungen unterlagen, populär wurde. In Schonach wurde dafür meist Roggen verwendet, der dafür noch unreif geerntet wurde. Frauen und Kinder verflochten die Roggenhalme während der Wintermonate zu Borten. Der Lohn war gering, aber dennoch willkommen, da die Bevölkerung in großer Armut lebte. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts kam es in Schonach zu einer Professionalisierung des Gewerbes, zwei Strohhutfabriken eröffneten. Während schon Anfang des 20. Jahrhunderts durch Konkurrenz auf dem Weltmarkt der Niedergang des Strohbortenflechtens in Schonach eingeläutet wurde, schloss die letzte Strohhutmanufaktur dort 1992.
Letzte Aktualisierung: 29.06.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum Europäischer Kulturen
E-Mail:
mek@smb.spk-berlin.de