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Statuette eines sitzenden Mannes namens Pa.ef-tschaw-awj-Bastet, Hohepriester von Memphis

Ident. Nr.: ÄM 11637

ObjID: obj:590691

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Brugsch (18.2.1827 - 9.9.1894),
Grabungsleiter*in
Rudolf Mosse (8.5.1843 - 8.9.1920),
Mäzen*atin
Datierung
22. Dynastie
Weitere Titel
Sammlungstitel: Statuette eines sitzenden Mannes namens Pa.ef-tschaw-awj-Bastet, Hohepriester von Memphis
Übersetzung: Statuette of a seated man named Pa.ef-tshaw-awj-Bastet, High Priest of Memphis
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 18 x 9 x 9 cm

Objektbeschreibung

Die Statuette bildet einen sitzenden Mann ab, dessen rechtes Bein unter dem aufgestellten linken durchgeführt ist. Er trägt einen knielangen, glatten Schurz, der im Vergleich mit ähnlichen Statuen im Rückenbereich hochgezogen gedacht war. Seine Unterarme liegen auf den Oberschenkeln, während die Hände flach ausgestreckt auf den Knien ruhen. Für eine deckende Grundierung wurde ein schwarzer Anstrich gewählt, der um Details in gelb ergänzt wurde. Im Gesicht sind zum einen die Brauen und zum anderen die großen Augen hervorgehoben. Auf dem kahlköpfigen Schädel trägt der Dargestellte eine besondere Kappe, ein typisches Gestaltungsmerkmal für einen Priester seiner Stellung. Des Weiteren trägt der Mann zwei Ketten, die im Brustbereich übereinander liegen und wie ein locker gefädelter Halskragen wirken. Dabei handelt es sich um eine selten nachweisbare Form der Insignien seiner Amtswürde als Hohepriester von Memphis.
Auf dem Schurz befindet sich eine kurze Kolumne linksläufiger, gelb aufgemalter Hieroglyphen, welche sich in einer Zeile auf der Vorderseite der Basis fortsetzt. Die Inschrift lautet: „Oberster Leiter der Handwerker, Sem-Priester des Ptah, Peftjauemauibastet, gerechtfertigt.“
Die Form des Namens ist typisch für die Dritte Zwischenzeit ab der 22. Dynastie. Die Titelsequenz weist darauf hin, dass der Dargestellte eine Stellung als Hohepriester des Ptah von Memphis innegehabt hat, was auch durch den Halsschmuck deutlich wurde.
Im Gegensatz zu vielen anderen vergleichbaren Statuen sind die anderen Seiten der Basis unbeschriftet geblieben. Jedoch wurde die Position der Inschrift nicht zufällig gewählt. Die Titel der Berufsangabe befinden sich sämtlich auf dem Schurz. An dieser Stelle ist bei vergleichbaren Schreiberstatuen der aufgerollte und teilweise beschriebene Papyrus als Symbol des Berufstandes dargestellt.
Der Inschrift zufolge handelt es sich um einen Hohepriester des Gottes Ptah von Memphis namens Peftjauemauibastet, der hier in seinem Amtsornat abgebildet ist. In der Darstellung zeichnet er sich durch eine besondere Kappe und Kette aus. Beides darf für ihn und zugleich für alle Priester dieses Amtes in dieser Zeit als spezifisch angesehen werden. Der schwarze Überzug rückt ihn in die jenseitige, osirianische Welt, in der er die goldenen Würdezeichen trägt.
(Jana Helmbold-Doyé – Jan Moje)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Der einzigartige so genannte Berliner koptisch-gnostische Papyruskodex umfasst 141 Blätter und zeugt von den Auseinandersetzungen der verschiedenen Glaubensrichtungen der Zeit. Er enthält aus dem späten 4. Jahrhundert nach Christus mehrere apokryphe, das heißt nicht in den späteren biblischen Kanon aufgenommene Evangelien-Texte - so etwa das Apokryphon des Johannes, die Sophia Jesu Christi oder die Praxis des Petrus. Zusätzlich birgt dieser Kodex das Evangelium einer Frau, der Maria Magdalena. Die späteste Entwicklungsform der ägyptischen Sprache ist das Koptische, das mit griechischen Buchstaben und einigen ägyptischen Zusatzzeichen geschrieben wurde. Seit den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurde es in verschiedenen Dialekten gesprochen. Die Koptische Sprache wurde von den Christen Ägyptens verwendet und ist bis heute die Liturgiesprache der koptischen Kirche.Dieses Konvolut besteht aus 65 erhaltenen Blättern eines koptisch (sahidisch-subachuminisch) geschriebenen Papyrus-Codex, von Blatt 12 (= S. 23) an vollständig erhalten ist. Angeblich wurde der Codex in einer Mauerlücke gefunden. Aufgrund des Ankaufs bei einem Antiquitätenhändler in Achmin ist ein Fund vor Ort sehr wahrscheinlich. Es handelt sich um eine gnostische Sammelhandschrift mit drei Traktaten gnostisch-christlichen Inhalts, sowie Auszügen aus den Acta Petrie.1. Evangelium nach Maria Magdalena: Antworten auf Fragen nach dem Schicksal der Materia und dem Wesen der Sünde. Maria Magdalena spricht den Jüngern Mut zu. Dann berichtet sie über Offenbarungen die nur ihr mitgeteilt wurden. Maria Magdalena erscheint hier als Mittlerin und Verkünderin der gnostischen Lehre.2. Das Apokryphon des Johannes: Soll auf zwei große Fragen Antwort geben: wie ist das Böse in die Welt gekommen und wie kann sich der Mensch davon befreien? Erschaffungsgeschichte der Welt, des Paradieses und Adam, Sintflut.3. Sophia Jesu Christi: Die 12 Jünger und 7 Frauen sind auf einem Hügel in Galiläa versammelt. Christus erscheint und beantwortet Fragen.4. Auszüge aus den Acta Petri.V. Lepper

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