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Kleines Modellhaus ("Seelenhaus"), Hof mit Hütte und Opfergaben

Ident. Nr.: ÄM 14357

ObjID: obj:591067

Details (Expert)

Beteiligte
Mohareb Todrus (ca. 1847 - 1937),
Vorbesitzer*in
Datierung
Mittleres Reich
Datierung engl.: Middle Kingdom
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kleines Modellhaus ("Seelenhaus"), Hof mit Hütte und Opfergaben
Übersetzung: A “soul house”, a model of an enclosed courtyard containing offerings
Geografische Bezüge
Material / Technik
Ton, gebrannt (Material)
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 9 x 20 x 29,5 cm

Objektbeschreibung

Im Mittleren Reich erweiterte sich das Repertoire der Ausstattung, die privaten Personen mit ins Grab gegeben wurde. Charakteristisch werden dreidimensionale Modelle unterschiedlichster Form. Zu den bekanntesten gehören die hölzernen Modellszenen, die dem täglichen Leben nachempfunden sind. Hier finden sich beispielsweise Nachbildungen von Getreidespeichern und Schlachthäusern, Bierbrauerszenen, Küchen, Webstuben sowie Feldarbeits- oder Tributszenen. Eine andere Gruppe solcher Modelle, die jedoch nicht das diesseitige, sondern das jenseitige Leben zum Thema haben, sind die in der Ägyptologie sogenannten „Seelenhäuschen“. Sie bestehen immer aus Ton, sind relativ grob gefertigt und kommen ebenfalls nur im Mittleren Reich vor. Ihre Verwendung beschränkt sich auf die Grabausstattung von Personen niedriger Gesellschaftsschichten. Standardisierte Formen können bei dieser Objektgruppe nicht erkannt werden. Es gibt keine einheitliche Produktion beispielsweise mithilfe von Modeln oder Ähnlichem, sodass es sich hier um einfache lokale Fertigungen ohne sonderlich großen Aufwand gehandelt hat. Solche „Seelenhäuschen“ stellen daher preisgünstige Alternativen zu einer Opfertafel bzw. einer Kultkapelle dar. Die Szenerie dieses Objekts besteht aus einer sitzenden Figur (des Verstorbenen) unter einem gewölbtem Dach, das sich, wie immer bei diesen Objekten, innerhalb eines umzäunten Areals im hinteren Bereich befindet und die Kultkapelle symbolisieren soll. Vor dem Häuschen liegen zahlreiche Opferspeisen bereit. Der Sinn dieser aus dem täglichen Leben abgeleiteten Darstellungen ist die kultische Gewährleistung dauerhafter und ununterbrochener Versorgung mit den entsprechenden Nahrungsmitteln im Jenseits. Diese modellierten Opfergaben wurden unter anderem durch Flüssigkeitsopfer „aktiviert“, die auf die Darstellungen gegossen wurden.
(Jan Moje)

Letzte Aktualisierung: 24.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.Dies ist der Totenpapyrus des Pamonth mit einer mythologischen Darstellung. Der mumifizierte Tote wird vor einem gefüllten Opfertisch mit dem Unterweltsgott Osiris dargestellt, hinter ihm steht der Totengott Anubis. Dieser Papyrus ist in demotischer Sprache und Schrift geschrieben und datiert in die Römische Kaiserzeit, vermutlich ins 2.-3. Jahrhundert nach Christus. Dies ist ein eindrückliches Beispiel dafür, dass die altägyptische Mythologie noch bis weit in christliche Zeit hinein verbreitet war. Ursprünglich war der Papyrus mit einem, heute abgewischten, greichischen Text beschriftet (Palimpsest).V. Lepper