Logo

Gewicht in Gestalt eines liegenden Rindes

Ident. Nr.: ÄM 13804

ObjID: obj:591526

Details (Expert)

Beteiligte
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938)
Datierung
Amenophis (Amenhotep) III.
Dynastie - engl.: Amenhotep III
Weitere Titel
Sammlungstitel: Gewicht in Gestalt eines liegenden Rindes
Übersetzung: Weight in the shape of recumbent cows
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze (Material / Metall)
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 2,6 x 2,4 x 6,2 cm

Objektbeschreibung

Rinder zählten zu den wichtigsten Nutztieren; ihr Fleisch war im Alten Ägypten das teuerste, und daher wurde ihre Form auch gern für Gewichte, Brote und Weihrauch verwendet. Die sinnbildliche Bedeutung des wertvollen Speise- und Opfertieres stand dabei im Vordergrund, weshalb es symbolisch mit ebenso kostbaren Gaben aufgewogen werden konnte. Eine Abbildung aus dem Grab des Ineni (Theben, TT 81) zeigt das Wiegen von quaderförmigen Gewichten (links) und rindergestaltigem Weihrauch (rechts). Bei dem Objekt handelt es sich womöglich um ein Zebu-Rind, was an der buckelartigen Fetteinlagerung auf dem Rücken des Tieres erkennbar ist. Das Objekt weist eine Inschrift an der rechten Vorderseite des Rindes auf. Sie beschreibt das Gewicht mit: 1 Deben, was im Neuen Reich ca. 91 g entsprach. Da figürliche Gewichte, aufgrund des Metallgussverfahrens, sehr aufwendig herzustellen waren, sind sie seltener belegt als einfache, quaderförmige Exemplare.
(A. Weber)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper