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Statuette einer nackten Frau

Ident. Nr.: ÄM 16028

ObjID: obj:591970

Details (Expert)

Datierung
25. Dynastie (Kuschiten)
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze (Material / Metall)
Abmessungen
Höhe x Breite: 15,5 x 2,8 cm

Objektbeschreibung

Die Bronzestatuette stellt eine nackte weibliche Figur mit einer Strähnenperücke dar, die außerdem einen Halskragen und ein Paar Sandalen trägt. Sie ist mit breiter Hüfte und vollen Brüsten abgebildet. Ihr Schambereich ist durch eingravierte Dreiecke mit Innenzeichnungen angedeutet. Die heute nicht mehr erhaltenen Arme wurden separat gearbeitet und angesetzt. Die Augen könnten mit Einlagen aus einem anderen Material versehen gewesen sein. Ein Modius mit erhabenen Rändern dient als Kopfschmuck bzw. Teil des Kopfschmucks der weiblichen Figur.
Die Statuette wird gern als Spiegelgriff interpretiert, obwohl eine Verbindung mit einer Spiegelplatte nicht nachzuweisen ist. Wahrscheinlicher ist daher die These, dass es sich hierbei um die Figur einer Göttin handelt, die aus dem Kontext der weiblichen Fruchtbarkeit stammt. Bisher kann eine Gruppe von ägyptischen weiblichen Statuetten des gleichen Typus wie ÄM 16028 identifiziert werden. Charakteristische Merkmale dieser Frauenfiguren ägyptischer Herkunft sind die Nacktheit, ein Modius als Kopfschmuck, separat eingesetzte Arme und Sandalen. Dem aktuellen Forschungsstand folgend werden sie als Darstellungen nackter Göttinnen unter syrischem bzw. vorderasiatischem Einfluss verstanden, die in Tempeln geweiht werden konnten. Ihr Kopfschmuck findet in der phönizischen Kunst Parallelen – besonders in Verbindung mit Astarte oder Atargatis. Die Tatsache, dass bei einigen dieser Statuetten aus Ägypten eine Uräusschlange dem Modius hinzugefügt wurde, unterstützt die Interpretation solcher nackten Frauenfiguren als Göttinnen. Zahlreiche Parallelen im Vorderen Orient sprechen ebenfalls für diese These. Des Weiteren traten im griechischen Raum ab dem 8. Jh. v. Chr. nicht nur Figuren dieses Typus aus lokaler Produktionen auf, sondern es wurden auch ägyptische Importe derartiger Statuetten in den dortigen Heiligtümern gefunden. Vermutlich ist der Typus der nackten Göttin unter nordsyrisch-phönizischem Einfluss im 8. Jh. v. Chr. sowohl in Ägypten als auch in Griechenland entstanden.
Den vorherigen Beobachtungen folgend, lässt sich die Statuette in die späte Dritte Zwischenzeit datieren. Dafür spricht die Fertigungsweise mit angesetzten Armen, die der Machart vieler Bronzestatuetten der Dritten Zwischenzeit entspricht. Stilistisch ist ihre Körpermodellierung ebenfalls typisch für die späte Libyerzeit/frühe Kuschitenzeit.
(I. Liao nach: K. Weiß, Ägyptische Tier- und Götterbronzen aus Unterägypten. Untersuchungen zu Typus, Ikonographie und Funktion sowie der Bedeutung innerhalb der Kulturkontakte zu Griechenland, ÄAT 81, Bd. 1, S. 227ff.)

Letzte Aktualisierung: 20.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

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Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)