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Großer offener Topf mit einem demotischen Brief an einen Gott

Ident. Nr.: ÄM 31206

ObjID: obj:592882

Details (Expert)

Beteiligte
George Michaelides (1900 - 1973),
Vorbesitzer*in
Weitere Titel
Sammlungstitel: Großer offener Topf mit einem demotischen Brief an einen Gott
Übersetzung: Large open pot with a Demotic letter to a god
Geografische Bezüge
Material / Technik
Ton, gebrannt (Material); beschriftet
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 30,5 x 28 cm

Objektbeschreibung

Die demotische Aufschrift enthält eine in dieser Form singuläre Petition an Thot, verfasst durch Achoapis. Er wendet sich darin zuerst an den Gott sowie an zwei Personen, die vermutlich seine Eltern sind, Djed-Bastet-iuef-und Ar-Hep-er-Mennefer. Der zweite Teil enthält die eigentliche Petition, die im Namen der Frau Tetosiris vorgetragen wurde: Der Ascha-achi hatte der Tetosiris Gegenstände aus ihrem Haus gestohlen, vorher war er offenbar noch in einem andern Haus aktiv (?), dem eines Iripat und „Stadtzugehörigen“ namens Ipy. Tetosiris bittet den Gott daher um Bestrafung des Einbrechers. Abschließend wendet sich Achoapis noch einmal mit einem Segenswunsch an Thot.
Die Hinwendungen nicht nur an den Gott, sondern auch an die Eltern des Abfassers dürften dazu gedient haben, dass letztere die Petition aus dem Jenseits unterstützen. Vermutlich wurde daher das Gefäß mit einem Trankopfer gefüllt am Grab der verstorbenen Eltern abgestellt, sicherlich in der Nekropole von Tuna el-Gebel. Tetosiris ist vermutlich eine Verwandte der genannten Personen, vielleicht Schwester, sicher aber nicht Frau des Achoapis, aber das geht aus dem Text nicht explizit hervor. Vielleicht konnte sie nicht selbst schreiben, oder solche Briefe durften nur von einem Mann/ dem Sohn abgefasst werden. Nach der Interpretation von Migahid verfassen Achoapis und Tetosiris gemeinsam die Petition. Dagegen spricht m. E. aber, dass Achoapis allein die finalen Segenswünsche formuliert. Außerdem würden sie wohl eher von „unserem Haus“ und nicht von „meinen Haus“ gesprochen haben. Einige Textstellen sind noch nicht abschließend übersetzt bzw. interpretiert.
Der Topf gehörte ursprünglich zur Sammlung von Georges Michaelides (1900 - 1973), und wurde 1965 beim Antikenhändler "Bodes en Bode" in Amsterdam für das Westberliner Museum erworben.
J. Moje

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).