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Stein mit aufgemalter Kartusche

Ident. Nr.: ÄM 32216

ObjID: obj:595063

Details (Expert)

Datierung
Thutmosis III
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 2,7 x 7 x 8,3 cm

Objektbeschreibung

Das Errichten von Gebäuden wurde in Ägypten von Riten und Feierlichkeiten begleitet, die sich bis in die Prädynastische Zeit zurückverfolgen lassen. Archäologisch lassen sich von diesen Riten nur die sogenannten Gründungsgruben nachweisen, die bis in die römische Zeit angelegt wurden. Die Gründungsbeigaben konnten aus ganz verschiedenen Objektgruppen und Materialien zusammengestellt sein. Zu den häufigsten Gründungsbeigaben zählen Gefäße, Werkzeuge und Baumaterialien in Miniaturformat sowie magisch aufgeladene Objekte, wie z.B. Amulette, und Speiseopfer. Handelte es sich um ein königliches Bauprojekt, wurde auf den Beigaben ein kurzer Weihspruch angebracht, der den Namen des königlichen Bauherrn nennt.
Der Gesteinssplitter ÄM 32216 wurde zusammen mit einem weiteren Exemplar (ÄM 32218) und anderen Beigaben in einer von vier Gründungsgruben im Bereich des Totentempels des Thutmosis III. in Sheikh Abd el-Qurna entdeckt. Bei den Gesteinssplittern handelt es sich vermutlich um Gesteinsproben des zum Bau des Tempels verwendeten Materials; gelber und brauner Sandstein. Der Name des Bauherrn Thutmosis III. wurde mit dem Zusatz „Guter Gott“ in blauer Farbe auf die flache und unregelmäßige Bruchfläche aufgebracht. Der Name wurde in eine Kartusche, ein nur für Königsnamen verwendetes Symbol für Schutz und Dauerhaftigkeit, eingefasst.
Farben wurden in Ägypten nicht nur aus dekorativen Zwecken genutzt, jede Farbe hatte zudem ihren eigenen Symbolcharakter. Die Farbe Blau stand sinnbildlich für den Himmel und das Wasser. Von der lebensspendenden Eigenschaft des Wassers abgeleitet, stand die Farbe Blau außerdem für Fruchtbarkeit, Geburt und die Kraft der Schöpfung, was sich gut in den Kontext der Gründungsbeigaben einfügt.
(J. Tschernig)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).