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Modell eines Messpflocks / Modell eines Meißels (?)

Ident. Nr.: ÄM 32207

ObjID: obj:595779

Details (Expert)

Datierung
Thutmosis III
Geografische Bezüge
Material / Technik
Holz (Material)
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 20,2 x 2 x 1,8 cm

Objektbeschreibung

Das Errichten von Gebäuden wurde in Ägypten von Riten und Feierlichkeiten begleitet, die sich bis in die Prädynastische Zeit zurückverfolgen lassen. Archäologisch lassen sich von diesen Riten nur die sogenannten Gründungsgruben nachweisen, die bis in die römische Zeit angelegt wurden. Die Gründungsbeigaben konnten aus ganz verschiedenen Objektgruppen und Materialien zusammengesetzt sein. Zu den häufigsten Gründungsbeigaben zählten Gefäße, Werkzeuge und Baumaterialien in Miniaturformat sowie magisch aufgeladene Objekte, wie z.B. Amulette oder Gründungsziegel, sowie Speiseopfer. Handelte es sich um ein königliches Bauprojekt, wurde auf den Beigaben ein kurzer Weihspruch angebracht, der den Namen des königlichen Bauherrn nennt.
Auf den beiden hölzernen Stäben ÄM 32207 und ÄM 32206, die zusammen in einem von vier Gründungsgruben im Bereich des Totentempels des Thutmosis III. in Sheikh Abd el-Qurna gefunden wurden, ist ein solcher Weihspruch nicht zu erkennen. Die Funktion dieser Stäbe ist heute nicht genau feststellbar. In der wissenschaftlichen Literatur werden sie sowohl als Messpflöcke als auch als hölzerne Meißel angesprochen. Wenn es sich tatsächlich um einen hölzernen Meißel handeln sollte, dann lediglich um das Modell eines solchen. Meißel wurden normalerweise aus harten Materialien wie Stein, Kupfer oder Bronze gefertigt, da man mit ihnen primär Stein bearbeitete. Mit einem Holzmeißel wäre die Bearbeitung auch von weichem Gestein nicht möglich. Allerdings war es üblich, in Gründungsgruben lediglich Modelle von Werkzeugen zu legen.
(J. Tschernig)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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