Logo

Eckige Flasche mit abgesetztem Hals und angesetztem, geriffeltem Henkel

Ident. Nr.: ÄM 20968

ObjID: obj:598273

Details (Expert)

Beteiligte
Francis Llewellyn Griffith (27.5.1862 - 14.3.1934),
Grabungsleiter*in
Datierung
Meroitisch bis Post-Meroitisch
Geografische Bezüge
Material / Technik
Glas (Material), grün
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 18,8 x 6,6 x 6,6 cm

Objektbeschreibung

Die vierkantige, hohe Flasche wurde aus grünem Glas mit Hilfe eines Models geblasen und weist einen quadratischen Boden auf. Direkt unterhalb der Mündung setzt ein breiter, in S-Form geschwungener und gerippter Henkel an, dessen Ende an der Schulter befestigt wurde.
Flaschen dieser Form erfreuten sich während der gesamten römischen Zeit, vor allem zwischen dem 1. bis 4. Jh. n. Chr., großer Beliebtheit. Dies zeigt sich nicht nur an der langen Verwendungszeit, sondern auch an dem Verbreitungsradius, der die gesamte Mittelmeerwelt und Gebiete darüber hinaus einschließt. So fanden sich ähnliche Objekte zum Beispiel in der heutigen Ukraine, wo sie zusammen mit Funden von Modeln eine lokale Produktion bezeugen. Im funerären Kontext wurden sie meist als Behälter für Duftstoffe verwendet.
(N. Overesch)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.Dies ist der Totenpapyrus des Pamonth mit einer mythologischen Darstellung. Der mumifizierte Tote wird vor einem gefüllten Opfertisch mit dem Unterweltsgott Osiris dargestellt, hinter ihm steht der Totengott Anubis. Dieser Papyrus ist in demotischer Sprache und Schrift geschrieben und datiert in die Römische Kaiserzeit, vermutlich ins 2.-3. Jahrhundert nach Christus. Dies ist ein eindrückliches Beispiel dafür, dass die altägyptische Mythologie noch bis weit in christliche Zeit hinein verbreitet war. Ursprünglich war der Papyrus mit einem, heute abgewischten, greichischen Text beschriftet (Palimpsest).V. Lepper