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Blau bemaltes Vorratsgefäß mit Lotosgirlanden-Dekor

Ident. Nr.: ÄM 22597

ObjID: obj:598656

Details (Expert)

Beteiligte
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Datierung
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
Weitere Titel
Sammlungstitel: Blau bemaltes Vorratsgefäß mit Lotosgirlanden-Dekor
Übersetzung: Storage vessel
Geografische Bezüge
Material / Technik
Ton, gebrannt (Material); bemalt
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 35,5 x 25,5 cm

Objektbeschreibung

Charakteristisch für die amarnazeitliche Keramik ist das farbige Dekor, vor allem die matte, kobaltblaue Bemalung. Das Vorratsgefäß mit voluminösem Körper und abgerundetem Boden ist ein gutes Beispiel einer solchen mit kobaltblauen Pigmenten dekorierten Keramik aus Tell el-Amarna.
Drei waagerecht angeordnete Ornamentbänder, die Girlanden bestehend aus den Blütenblättern des blauen Lotus nachbilden, zieren die obere Hälfte des Gefäßes. Direkt an der untersten Girlande anschließend rahmen zwei blaue Doppelbänder einen Bildstreifen ein. Zwischen den beiden Doppelbänden sind aufgereihte, offene Lotusblüten, die jeweils von zwei Knospen flankiert sind, aufgemalt. Die Bemalung wurde auf einer lachsfarbenen Überzugsschicht in den Farben Rot, Schwarz und Blau vor dem Brand aufgetragen, wobei Schwarz und Rot lediglich der Umrahmung und der Zeichnung der Musterdetails dienten. Nach dem Brennprozess sind die Farben wasserfest geworden. Daher konnten derartige Gefäße zur Aufbewahrung und Bereitstellung von Flüssigkeiten eingesetzt werden.
Die blaue Lotusblüte, die sich am Morgen öffnet und bei Sonnenuntergang geschlossen unter Wasser taucht, wurde mit dem täglichen Sonnenlauf assoziiert. Dem ägyptischen Schöpfungsmythos folgend steigt der jugendliche Sonnengott jeden Tag auf einer Lotusblüte aus dem Urgewässer empor. Dadurch wurde der Lotus zu einem Symbol der Schöpfung und der immerwährenden Verjüngung. Er gehörte zu einem der beliebtesten Motive in allen altägyptischen Bildgattungen und Epochen. Zudem ist aus bildlichen Quellen bekannt, dass Blütengirlanden bei festlichen Angelegenheiten als Dekor um die Gefäße gelegt wurden. Die aufgemalten Lotusketten auf den Vorratsgefäßen sind daher als bildliche Umsetzung solcher real aufgelegten Blütenzierden zu verstehen, die nicht verblühen.
(I. Liao)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).