Logo

Konvolut heute bestehend aus zehn Pfeilen

Ident. Nr.: ÄM 4710

ObjID: obj:599792

Details (Expert)

Datierung
Neues Reich
Weitere Titel
Sammlungstitel: Konvolut heute bestehend aus zehn Pfeilen
Übersetzung: Eleven reed arrow-shafts
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: je 78 x 0,8 x 0,8 cm

Objektbeschreibung

Zu dem Konvolut gehörten ursprünglich 13 Pfeile, die Giuseppe Passalacqua 1827 in einem Grab mit mehreren Bestattungen gefunden hat. Die Schäfte sind an einem Ende eingekerbt, während die anderen Enden teilweise mit Feuersteinspitzen besetzt waren.
(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Innerer Sarg des Pestjenfi, Priester des Amun in Karnak

Innerer Sarg des Pestjenfi, Priester des Amun in Karnak

Der innere Sarg des thebanischen Amun-Priesters Pa-es-tenfi ist anthropomorph in Gestalt einer auf dem Podest stehenden Mumie angefertigt. Im Vergleich zu seinem schlicht gehaltenen mittleren Sarg (ÄM 51) wurde der innere Sarg reichlich dekoriert, wobei er ähnlich wie die anderen Särge des Pa-es-tenfi in handwerklich sehr hoher Qualität geschaffen wurde. Diese erkennt man zum Beispiel bei dem sorgfältig bearbeiteten Gesicht mit dem geflochtenen Götterbart und den Augen aus Glaseinlagen sowie bei den filigranen Dekorationen des Sarges.Das Dekorationsschema des Sargdeckels ist bis auf einige ungewöhnliche Elemente meistenteils typisch für seine Entstehungszeit. Die zwei geflügelten Schutzgöttinnen Nephthys auf dem Scheitel und Isis am Fußbereich rahmen den Sargdeckel ein. Gemeinsam mit der Himmelsgöttin Nut mit ausgebreiteten Flügeln auf der Brust sichern sie ihren Schutz und Opfer dem Verstorbenen zu. Der Bereich zwischen Nut und Isis wird durch horizontale und vertikale Inschriftenbänder in Bildfeldern in vier Register gegliedert. Auf die vier Horussöhne, die Schutzgottheiten der Eingeweide des Verstorbenen, folgen zwei Darstellungen des für die Mumifizierung zuständigen Gottes Anubis und zwei Erscheinungsformen des Gottes Geb und Horus. Sie sind die Schutzgötter der Balsamierungshalle und werden alle stehend in den Kapellen mit Osirisbögen dargestellt. Im untersten Register befinden sich zwei auf einem Neb-Zeichen ruhenden Udjat-Augen als schützende Symbole für den Toten. Auch der Sockel des Sargdeckels ist mit aufgereihten Schutzsymbolen eingefasst – die für das Leben stehenden Anch-Zeichen, die Djed-Pfeiler für die Dauer sowie die was-Zepter für das Wohlergehen. Ungewöhnlich ist es jedoch, dass hinter den Darstellungen des Anubis und den Udjat-Augen Texte für das rituelle Opfer angebracht sind, in denen der Sonnengott Re und Behdeti von Edfu als Sprecher vorkommen. Behdeti von Edfu erscheint zudem als geflügelte Sonnenscheibe um die Kopfpartie des Inneren des Sargdeckels und der Wanne. Unterhalb der geflügelten Sonnenscheiben werden die Innenseiten des Sargdeckels und der Wanne des Pa-es-tenfi vollständig mit den Sprüchen aus dem Totenbuch überzogen.Da Pa-es-tenfi in den Inschriften seiner Särge auch den Titel eines „Künstlers am Tempel des Amun“ trägt, lässt sich eine individuelle Vorgabe an die Handwerker vermuten. Das erklärt möglicherweise auch das Vorkommen der untypischen Dekorationselemente seines inneren Sarges.(I. Liao nach: Helmbold-Doyé, J. / Jancziak, J. (Hrsg.), “Wechselnde Identitäten”. Eine Ausstellung mit Werken von Gelb Bas, Sonderschriften der Ägyptischen Sammlung 4, Berlin 2015, S. 76; Germer, R. / Kischkewitz, H. / Lüning, M., Berliner Mumiengeschichten. Ergebnisse eines multidisziplinären Forschungsprojektes, Regensburg 2009, S. 42ff.)

Mumie eines männlichen Kindes mit Mumienporträt ("Sohn der Aline")

Mumie eines männlichen Kindes mit Mumienporträt ("Sohn der Aline")

Das Porträt zeigt ein pausbäckiges Gesicht eines Kindes mit lockigem dunklem Haar, dessen Kopf von einem Lorbeerkranz aus goldenen Blättern umschlossen ist. Bislang wurde diese Mumie auf Grund der Lage der Hände auf dem Unterbauch als Bestattung eines Jungen gedeutet. Anhand des Mumienporträts haben sich jedoch Barbara Borg und Cäcilia Fluck mit folgenden Argumenten dagegen ausgesprochen: Mondsichelförmige Anhänger, Lunulae, sind von altägyptischen Vorbildern abgeleitete, apotropäische Schutzamulette, die üblicherweise Frauen und Mädchen schützen sollten und somit auch ausschließlich von solchen als Kettenanhänger getragen wurden. Nur sehr selten finden sich Darstellungen von Knaben, die mit einem Lunula abgebildet sind. In diesem Fall handelt es sich um einen dreigeteilten Anhänger, dessen äußere Elemente Lunulae abbilden, wogegen das Mittelteil nicht klar erkennbar ist. Ferner sei auf das fliederfarbene Gewand hingewiesen, welches ebenfalls einzig dem weiblichen Geschlecht vorbehalten war, und zudem die entblößte Schulter zur Betonung der weiblichen Reize und in Anlehnung an Darstellungen der Liebesgöttin Aphrodite. Alle Beobachtungen verweisen zweifellos auf das Porträt eines Mädchens, die den Ergebnissen der CT-Untersuchung konträr entgegenstehen. So belegen die CT-Aufnahmen, dass es sich hierbei um die Mumie eines Jungen handeln soll, der 2 bis 3 Jahre alt geworden ist.(Jana Helmbold-Doyé)

Zylindergefäß mit der Kartusche der Königin Hatschepsut

Zylindergefäß mit der Kartusche der Königin Hatschepsut

In Ägypten war das Errichten von Gebäuden immer von Riten und Feierlichkeiten begleitet. Am Beginn dieser Zeremonie wurde der Platz mit Schnüren markiert und es erfolgte eine Art Grundsteinlegung, wie wir sie noch heute pflegen.Archäologisch lassen sich von diesen Riten die sogenannten Gründungsgruben nachweisen. Diese Gruben waren unter den Mauern und Ecken von Tempeln angelegt. In ihnen lagen u. a. Gefäße, Werkzeuge und Baumaterialien in Miniaturformat und Knochen sowie Schädel von Opfertieren.In Deir el-Bahari wurden nicht weniger als sechzehn Gründungsdepots der Königin Hatschepsut gefunden. Ein Großteil von ihnen kam im Jahre 1896 als Geschenk der Egypt Exploration Society nach Berlin, die zu dieser Zeit Ausgrabungen in Ägypten finanzierte. Weitere Beigaben (ÄM 20458-20461) gelangten in die Hände eines Antikenhändlers in Luxor und wurden erst im Jahre 1912 vom Ägyptischen Museum gekauft. Auf dem Gefäß, das ursprünglich mit einerm Deckel verschlossen war, befindet sich eine längere Inschrift: "Der gute Gott Maatkare machte es als ein Denkmal für seinen Vater Amun-Re, den Herrn des Himmels: Strickspannen des Amundjeserdjeseru, damit sie lebe.". Damit wird deutlich, dass das Gefäß anläßlich der Gründungszeremonie beschriftet womöglich sogar zu diesem Anlass gefertigt wurde.Nach: Geheimnisvolle Königin Hatschepsut. Ägyptische Kunst des 15. Jahrhunderts v. Chr., hrsg. v. Aksamit, Joanna und Wolniak, Izabela, Warschau 1997, S. 125-128 (J. Lipińska).

Schale in Form eines Seerosenblattes

Schale in Form eines Seerosenblattes

Die Schale in Form eines auf dem Wasser schwimmenden Seerosenblattes wurde von Borchardt am 20. Dezember 1912 zusammen mit fünf Kohlestückchen und einem Siegelabdruck, der den König als schreitenden Sphinx zeigt, in einen Tontopf gebettet gefunden. Der Raum, in welchem die Objekte zutage traten, schließt sich direkt an das ehemalige Schlafzimmer des Hauses an und scheint eine Art Nebenkammer gewesen zu sein. Die Schale ist auf beiden Seiten grün bemalt und von herausragender Qualität. Das Motiv des Seerosenblattes reiht sich zudem stringent in den Kontext von Kosmetikgefäßen mit aquatischen und floralen Mustern ein. Neben Salb- und Ölgefäßen in Form von Fischen, Enten und Schwimmerinnen existieren auch Kohlpötte und Schminktöpfchen mit Lotos- und Pflanzenapplikationen. Die Frauen der damaligen Gesellschaft schufen sich somit einen Kosmetikbereich, der an die Reinheit von Wasser und den Wohlgeruch der dort heimischen Flora erinnerte. Während die Blüten der Nymphaea häufig dargestellt werden, ist das Motiv des Seerosenblattes eher selten anzutreffen. Womöglich wurde hier die spezielle Funktion der Blätter als Empfänger des Sonnenlichts in bildliche Form umgesetzt. Dass die ehemalige Besitzerin Gefallen an derartigen Stücken gefunden hatte, beweist der Fund von Fragmenten einer großen Alabasterschale im selben Haus, welche die Form einer Muschel nachahmt.Aus: Weber, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 256 (Kat.-Nr. 37).

Büste des Gottes Serapis

Büste des Gottes Serapis

Eine wichtige Gottheit des ptolemäisch-römischen Ägypten war Serapis. Spätestens unter Ptolemaios’ III. Euergetes, womöglich aber bereits unter Ptolemaios’ I. Soter, wurde der Kult dieses Gottes etabliert. In den Überlieferungen finden sich verschiedene Angaben zu seiner Herkunft. Demnach wurde der tote Apis-Stier zu Osiris, ein Osiris-Apis, verschmolz zu Serapis und übernahm somit unterweltliche Aspekte. Diesem späteren Universalgott wurde in Alexandria ein großes Heiligtum geweiht, von wo aus er einen unvergleichlichen Aufstieg im Mittelmeerraum erlebte. Serapis entwickelte sich zum Stadtgott der Metropole Alexandria, einer griechischen Neugründung des ausgehenden 4. Jh. v. Chr. In dem dortigen Serapeion, dem größten Heiligtum der Stadt, stand das Kultbild des Gottes. Wenn auch unzählige römerzeitliche Bildnisse des Gottes existieren, so ist das Aussehen des ursprünglichen, hellenistischen Abbildes unbekannt. Allgemein wird das Äußere der alexandrinischen Statue mit einem thronenden männlichen Gott gleichgesetzt, der einen Vollbart und eine nicht minder üppige Frisur trägt und zudem mit einem langen Gewand sowie Mantel bekleidet ist. Der Kopf ist von einem Kalathos bekrönt. Es handelt sich hierbei um das charakteristische Merkmal des Serapis, bei dem es sich ursprünglich um einen Korb mit nach außen geschwungenem Rand handelte, der zum Attribut fruchtbarkeitsspendener Götter wurde. In seiner Linken hält er ein Zepter und zu seiner Rechten ruht der dreiköpfige Kerberos. Die hier besprochene kleine Büste zeigt den Gott ebenfalls mit einem ärmellosem Untergewand (Chiton) und über die Schulter gelegtem Mantel (Himation). Auf dem Scheitel sitzt der Kalathos mit drei in Relief gearbeiteten Olivenzweigen. Er ist einer in der römischen Kaiserzeit der quantitativ weit verbreiteten Eigenart, dem ‚Fransentypus‛, dargestellt. Das Gesicht ist frontal ausgerichtet und umrahmt von langen dicken Locken sowie einem zotteligen Bart. Unter dem Kalathos erscheint rechts und links je ein frei gearbeitetes Widderhorn, das die Verbindung des Serapis mit dem Gott Amun(-Re) andeutet, welcher auch als Widder dargestellt werden kann.(Jana Helmbold-Doyé)

Stele eines Unbekannten vor einem Opfertisch mit Fischen

Stele eines Unbekannten vor einem Opfertisch mit Fischen

"Die ehemals bemalte Holzstele zeigt im oberen Feld das Sonnenschiff mit der falkenköpfigen Gestalt des "Horus im Horizont" in der großen Sonnenscheibe. Darüber die Beischrift: "Re-Harachte, der große Gott, der Gnädige", ergänzend ist nachträglich links hinzugefügt worden: "Amon-Re, Herr der Throne der beiden Länder, herrschend in Karnak, der große Gott, der Beliebte", vermutlich als zeitgemäßes Bekenntnis zum wiederhergestellten Amon-Glauben nach Echnaton. Damit wäre die Stele noch in das Ende der 18. Dynastie zu datieren, etwas früher also als die meisten Denksteine mit Darstellungen des Sonnenschiffes aus Der el-Medine.Etwa in der Mitte der Stelenfläche ist als Illustration zu dem darunterstehenden Text ein großer fliegender Skarabäus dargestellt. Der Lobpreis des rechts knienden Stifters richtet sich nämlich nicht an Re als solchen, sondern an die Vielfalt seiner Erscheinungsformen, die in Ägyptisch "cheperu" heißen, was in der Hieroglyphenschrift mit dem Bild des heiligen Käfers Cheper wiedergegeben wird und mit dessen Selbstschöpfungssymbolik zusammenhängt. Eine in den Königsgräbern des Neuen Reiches oft vorkommende Litanei zählt 75 solcher "Verwandlungen" des Sonnengottes auf, davon ist eine seiner geheimsten Gestalten die eines Nilfisches der Spezies Mormyros (Hyperopsius Bebe), den man auf dieser Stele links in siebenfacher Ausführung über einem Torgebäude wiedergegeben sieht. Diese Darstellung scheint in der religiösen Ikonographie einzigartig zu sein.Leider ist von dem sicher ebenso außergewöhnlichen Text auf der Rückseite der Stele so gut wie nichts erhalten. Von dem Stifter läßt sich der Name nicht mehr ermitteln, dafür aber sein Amt: als "Diener an der Stätte der Wahrheit" gehörte er der im Königsgräbertal tätigen Handwerker- und Künstlergilde an."Aus: W. Kaiser, Ägyptisches Museum Berlin. Östlicher Stülerbau am Schloss Charlottenburg (Berlin 1967) S. 77, Nr. 807.