Logo

Lampenaufsatz der thronenden Göttin Isis mit Harpokrates (Isis lactans)

Ident. Nr.: ÄM 8704

ObjID: obj:601435

Details (Expert)

Datierung
2. Jh. n. Chr.
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 9,4 x 5,1 x 3,5 cm

Objektbeschreibung

Die Göttin Isis sitzt auf einem Thron mit hoher Rückenlehne, ihre Füße ruhen auf einem diagonal ausgerichteten Schemel. Sie ist mit einem Untergewand und einem mit Fransen verzierten, vor der Brust verknoteten Mantel bekleidet. Ihre Haare fallen in langen Korkenzieherlocken auf ihre Schultern. Auf dem Kopf tragt sie neben zwei Lotosknospen die für sie typische Krone, bestehend aus Kuhhörnern, Sonnenscheibe und Federn. Ihre Linke stutzt den Kopf ihres Sohnes Harpokrates, dem sie die Brust reicht, nach der er mit seiner Rechten greift. Die Rückenlehne des Thrones ist mit kleinen quadratischen Kassetten und sorgfältig geschnitzten Seitenlehnen verziert. Bei diesem Bildnis handelt es sich um einen häufig wiederholten Typ, der seit trajanischer Zeit auch auf Münzen erscheint. Aufgrund der Bruchfläche auf der Rückseite dürfte es sich um einen Lampenaufsatz gehandelt haben.
(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper