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Fragment eines Haarkammes

Ident. Nr.: ÄM 8456

ObjID: obj:601617

Details (Expert)

Beteiligte
George Andrew Reisner (5.11.1867 - 6.6.1942),
Grabungsleiter*in
Walter Wreszinski (8.3.1880 - 9.4.1935),
Mäzen*atin
Datierung
Kerma (Mittel/Obernubien)
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge x Breite x Höhe: 19 x 4,6 x 1 cm
Länge x Breite: 19,5 x 4,6 cm (lt. Inv.)
Gewicht: 43 g

Objektbeschreibung

Haarkämme lassen sich seit prädynastischer Zeit in Friedhöfen Ägyptens und Unternubiens belegen. Zu dieser Zeit bestanden die Kämme aus einem schmalen Körper mit einem Griff, der in Tierdarstellungen mündete und vier oder mehr langen Zinken. Die in Kerma als Grabbeigabe verwendeten Kämme ähneln in ihrer Form denen aus prädynastischer Zeit, jedoch weisen sie am Griff einen kleinen kugelförmigen Knopf auf, von denen es in Kerma zwei Varianten gab – eine mit konkaven und eine mit geraden Seiten. Die Kämme lagen hier zusammen mit anderen Toilettenartikeln am Fußende des Bestattungsbettes. Sie wurden aber auch Verstorbenen mit ins Grab gelegt, die nicht auf einem Bett beigesetzt wurden. So lag der Kamm ÄM 8456 inmitten von drei geopferten Menschen und einem Widderopfer in der Opferkammer des Grabtumulus K XVIII.

Letzte Aktualisierung: 14.11.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).