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Unfertige Einlage in Form eines Gesichts im Profil

Ident. Nr.: ÄM 22275

ObjID: obj:605957

Schenkung James Simon, 1920

Details (Expert)

Beteiligte
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Datierung
Historische Datierung: Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Weitere Titel
Sammlungstitel: Unfertige Einlage in Form eines Gesichts im Profil
Übersetzung: Unfinished inlay shaped as a facial profile
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 19,5 x 12,3 x 3,3 cm

Objektbeschreibung

Einlagen aus unterschiedlichen Gesteinsarten wurden in Reliefs eingefügt, um ihnen mehr Plastizität und Farbigkeit zu verleihen. Der menschliche Körper und die Stoffe der Bekleidung wurden daher oft aus verschiedenfarbigen Elementen zusammengesetzt. Dazu wurden Steine wie beispielsweise rötlicher Quarzit, schwarzer oder roter Granit und heller Calcit verwendet. Das menschliche Profil stammt aus der Bildhauerwerkstatt P 49.6, in der auch viele Werkzeuge und Werkstücke gefunden wurden. Das bereits vorderseitig und an den Außenlinien geglättete Gesicht ist aufgrund der intentionellen Ritzung an der Stirn, die den Ansatz eines Kopftuches bilden könnte, einer königlichen Person zuzuschreiben. Aufgrund des ausladenden Kinns, der langen Nase und des Schwanenhalses ist das Bildnis eindeutig der Amarnazeit zuzuordnen. Steineinlagen wie dieses fanden häufig in Tempelverkleidungen und -säulen Verwendung, um einen farbigen Kontrast zum hellen Untergrund zu schaffen. Im Großen Aton-Tempel in Achet-Aton gab es vermutlich auch Reliefdarstellungen mit Verzierungen und Einlagen dieser Art.
Nach: Tauschner, L., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 260 (Kat.-Nr. 40).

Letzte Aktualisierung: 24.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.Dies ist der Totenpapyrus des Pamonth mit einer mythologischen Darstellung. Der mumifizierte Tote wird vor einem gefüllten Opfertisch mit dem Unterweltsgott Osiris dargestellt, hinter ihm steht der Totengott Anubis. Dieser Papyrus ist in demotischer Sprache und Schrift geschrieben und datiert in die Römische Kaiserzeit, vermutlich ins 2.-3. Jahrhundert nach Christus. Dies ist ein eindrückliches Beispiel dafür, dass die altägyptische Mythologie noch bis weit in christliche Zeit hinein verbreitet war. Ursprünglich war der Papyrus mit einem, heute abgewischten, greichischen Text beschriftet (Palimpsest).V. Lepper