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Kopf einer Statue des Königs Sesostris III. mit oberägyptischer Krone

Ident. Nr.: ÄM 9529

ObjID: obj:605984

Details (Expert)

Beteiligte
Todrus Bulos (1856 - 1898),
Vorbesitzer*in
Datierung
Sesostris III.
Senwosret III
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kopf einer Statue des Königs Sesostris III. mit oberägyptischer Krone
Übersetzung: Head of a statue of Senwosret III wearing the White Crown of Upper Egypt
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 21 x 7,5 x 16,5 cm

Objektbeschreibung

Dieser vermutlich zu einer Stand-Schreit-Figur gehörende, unbeschriftete Statuenkopf kann aufgrund der charakteristischen Gesichtszüge dem König Sesostris III. zugewiesen werden. Die herabhängenden Augenlider, die stark hervortretenden Jochbeine, die eingefallenen Wangen und die leicht nach unten gezogenen Mundwinkel treten in dieser Weise nur bei Sesostris III. und seinem Sohn und Nachfolger Amenemhet III. auf. Die beiden sind die bedeutendsten Herrscher des Mittleren Reiches, einer Epoche, die von politischer Stabilität, ausgeprägtem Wirtschaftswachstum und dem Aufblühen von Kunst und Literatur geprägt war. Das Mittlere Reich folgte auf die sogenannte 1. Zwischenzeit, eine Phase politischer Unruhen und fehlender Zentralgewalt. Der Begründer der 12. Dynastie, Pharao Amemenhet I., stellte die Stabilität des Reiches wieder her. Allerdings konnte er nicht im vollen Umfang an das gottgleiche Königtum des Alten Reiches anknüpfen. Der Pharao (ägypt. per aa = „großes Haus“) galt zwar weiterhin als eine dem Volk entrückte Persönlichkeit, aber er war nicht mehr ein Gott auf Erden, sondern nur noch der höchste Priester des Landes und damit direkter Vermittler zwischen den Menschen und den Göttern. Vor diesem Hintergrund werden die sehr individuell anmutenden Bildnisse der Pharaonen dieser Zeit, insbesondere von Sesostris III. und seinem Sohn, verständlich. Ihre Statuen zeigen ganz deutlich ihre menschliche Natur, die Jugend, aber auch das Alter. Damit vermitteln sie eine Glaubwürdigkeit, mit der die Pharaonen das Land souverän beherrschen, aber auch gleichzeitig Freiraum schaffen konnten für die literarische Auseinandersetzung der Eliteschicht mit den politischen Gegebenheiten der diesseitigen Welt und den Fragen nach einem Leben im Jenseits. Einige der bedeutendsten Literaturwerke entstehen in dieser Zeit der Stabilität und des Freigeistes. Sesostris III. achtete – wie alle Pharaonen – darauf, die Tradition des Königtums, das sich schon zu Beginn des 3. Jtsd. v. Chr. ausgeprägt hatte, weiterzuführen. Daher erscheint er in dieser, Repräsentationszwecken dienenden Statue mit der Weißen Krone Oberägyptens, zu der wahrscheinlich ein Pendant mit der Roten Krone Unterägyptens existiert hat. Damit symbolisiert er seine uneingeschränkte Macht über die beiden Landesteile Ägyptens.
(O. Zorn)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Der einzigartige so genannte Berliner koptisch-gnostische Papyruskodex umfasst 141 Blätter und zeugt von den Auseinandersetzungen der verschiedenen Glaubensrichtungen der Zeit. Er enthält aus dem späten 4. Jahrhundert nach Christus mehrere apokryphe, das heißt nicht in den späteren biblischen Kanon aufgenommene Evangelien-Texte - so etwa das Apokryphon des Johannes, die Sophia Jesu Christi oder die Praxis des Petrus. Zusätzlich birgt dieser Kodex das Evangelium einer Frau, der Maria Magdalena. Die späteste Entwicklungsform der ägyptischen Sprache ist das Koptische, das mit griechischen Buchstaben und einigen ägyptischen Zusatzzeichen geschrieben wurde. Seit den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurde es in verschiedenen Dialekten gesprochen. Die Koptische Sprache wurde von den Christen Ägyptens verwendet und ist bis heute die Liturgiesprache der koptischen Kirche.Dieses Konvolut besteht aus 65 erhaltenen Blättern eines koptisch (sahidisch-subachuminisch) geschriebenen Papyrus-Codex, von Blatt 12 (= S. 23) an vollständig erhalten ist. Angeblich wurde der Codex in einer Mauerlücke gefunden. Aufgrund des Ankaufs bei einem Antiquitätenhändler in Achmin ist ein Fund vor Ort sehr wahrscheinlich. Es handelt sich um eine gnostische Sammelhandschrift mit drei Traktaten gnostisch-christlichen Inhalts, sowie Auszügen aus den Acta Petrie.1. Evangelium nach Maria Magdalena: Antworten auf Fragen nach dem Schicksal der Materia und dem Wesen der Sünde. Maria Magdalena spricht den Jüngern Mut zu. Dann berichtet sie über Offenbarungen die nur ihr mitgeteilt wurden. Maria Magdalena erscheint hier als Mittlerin und Verkünderin der gnostischen Lehre.2. Das Apokryphon des Johannes: Soll auf zwei große Fragen Antwort geben: wie ist das Böse in die Welt gekommen und wie kann sich der Mensch davon befreien? Erschaffungsgeschichte der Welt, des Paradieses und Adam, Sintflut.3. Sophia Jesu Christi: Die 12 Jünger und 7 Frauen sind auf einem Hügel in Galiläa versammelt. Christus erscheint und beantwortet Fragen.4. Auszüge aus den Acta Petri.V. Lepper

Hieroglyphischer Papyrus, Totenbuch des königlichen Schreibers Nacht-Amun

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper

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