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Kniefigur der Königin Hatschepsut mit Nemset-Krug

Ident. Nr.: ÄM 22883

ObjID: obj:606182

Details (Expert)

Datierung
Historische Datierung: Hatschepsut (Königin)
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 87 x 37 x 57 cm

Objektbeschreibung

Hatschepsut war eine der wenigen Frauen, die als Pharao den ägyptischen Thron bestiegen. Sie war Tochter des Königs Thutmosis I. und Ehefrau ihres schon früh verstorbenen Halbbruders Thutmosis II. und führte als Regentin für den von einer Nebenfrau geborenen Sohn ihres Gatten, Thutmosis III., der bei der Thronbesteigung noch minderjährig war, die Regierungsgeschäfte. Wahrscheinlich im 7. Jahr ihrer Regentschaft ließ sie sich zum König krönen. Ihren Herrschaftanspruch begründete sie mit ihrer Erwählung durch den Reichsgott Amun. In dem von ihrem Günstling erbauten terrassenförmigen Totentempel in Deir el-Bahari ließ sie die Legende ihrer göttlichen Geburt in einer Relieffolge darstellen.
Ihre über 20jährige Herrschaft verlief friedlich, wobei ein herausragendes Ereignis die Entsendung einer Expedition in das sagenhafte Weihrauchland Punt war. Nachdem Hatschepsut die Herrschaft als Pharao angetreten hatte, wurde sie nunmehr auch als solcher, d. h. als Mann, dargestellt. Als König mit der vorgeschriebenen Zeremonialkleidung mit nacktem Oberkörper, Königskopftuch, Zeremonialbart und kurzem Schurz kniet sie vor dem Gott und reicht ihm einen Wasserkrug dar, an dessen Vorderseite das Symbol für "Dauer, Beständigkeit" angebracht ist.
Dennoch hat es der Künstler verstanden, im Gesicht der Königin weibliche Züge miteinzubringen. Durch die sanfte Rundung der Gesichtsform, die geschwungenen Augenbrauen, die großen Augen und den anmutigen Mund strahlen sie Jugendlichkeit aus. Betont wird die Lebendigkeit durch die schwarze Bemalung von Augen und Brauen. Die Figur gehört zu einer Serie von gleichartigen Bildnissen aus dem Totentempel der Königin.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.Dies ist der Totenpapyrus des Pamonth mit einer mythologischen Darstellung. Der mumifizierte Tote wird vor einem gefüllten Opfertisch mit dem Unterweltsgott Osiris dargestellt, hinter ihm steht der Totengott Anubis. Dieser Papyrus ist in demotischer Sprache und Schrift geschrieben und datiert in die Römische Kaiserzeit, vermutlich ins 2.-3. Jahrhundert nach Christus. Dies ist ein eindrückliches Beispiel dafür, dass die altägyptische Mythologie noch bis weit in christliche Zeit hinein verbreitet war. Ursprünglich war der Papyrus mit einem, heute abgewischten, greichischen Text beschriftet (Palimpsest).V. Lepper