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Hieratischer Papyrus, Streitgespräch eines Lebensmüden mit seiner Seele

Ident. Nr.: P 3024

ObjID: obj:606199

Details (Expert)

Datierung
Ammenemes III. (Amenemhet III.)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Hieratischer Papyrus, Streitgespräch eines Lebensmüden mit seiner Seele
Übersetzung: Hieratic papyrus with a dispute between a man and his soul
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite: 16,4 x 350,5 cm

Objektbeschreibung

Um 1850 vor Christus hat ein anonymer Dichter einen Text auf seine Papyrusrolle geschrieben, der in Inhalt und Sprache geradezu modern anmutet. Das unter dem Namen "Gespräch eines Lebensmüden mit seiner Seele" berühmt gewordene Literaturwerk setzt sich kritisch mit einer Zeit auseinander, in der Egoismus und Habgier herrschen. In diesem Dialog wird darüber reflektiert, ob der selbst gewählte Tod ein Ausweg ist.
V. Lepper

Letzte Aktualisierung: 18.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper