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Ohrring mit Diskusanhänger

Ident. Nr.: ÄM 12829

ObjID: obj:606267

Details (Expert)

Beteiligte
Rudolf Springer (1845 - 1894)
Datierung
Historische Datierung: Griechisch–Römische Zeit
Geografische Bezüge
Material / Technik
Gold (Material / Metall)
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 4,7 x 3,7 x 0,65 cm

Objektbeschreibung

Ohrringe waren ausgesprochen beliebte Schmuckstücke in der Römischen Kaiserzeit. Eine Fülle von vielfältigen Formen derartiger Objekte ist uns durch archäologische und bildliche Belege, die sich oft gegenseitig ergänzen bzw. bestätigen, überliefert.
Der Goldohrring ÄM 12829 setzt sich aus einem dünnen Golddraht und einem Anhänger in Form eines Diskus zusammen. Ein Ende ist zu einer Öse geformt, in die das andere, zum Haken gebogene Ende zum Verschließen des Ohrrings eingehängt wird. Zwei Goldblechschalen wurden zusammen zu einem Diskus gelötet. Sechs kleine Kugeln, die ein umgedrehtes Dreieck bilden, wurden durch Granulation direkt unterhalb der Öse auf der Vorderseite des Diskus aufgetragen. Sie bilden die einzige Verzierung des schlicht wirkenden Schmuckstücks. In identischer bzw. sehr ähnlicher Ausführung wie das vorliegende Exemplar sind auch Halsketten aus den römischen Provinzen bekannt.
(I. Liao nach: Helmbold-Doyé, J. / Jancziak, J., Luxus, in: Finneiser, K. / Helmbold-Doyé, J. / Jancziak, J. / Zorn, O., Alltag – Luxus – Schutz. Schmuck im Alten Ägypten. Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin, Sonderschriften der Ägyptischen Sammlung 3 (Berlin 2015) S. 44 f. )

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).