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Amulett in Form einer Mondsichel (Lunula)

Ident. Nr.: ÄM 12699

ObjID: obj:606277

Details (Expert)

Beteiligte
Carl August Reinhardt (4.2.1856 - 25.11.1903),
Käufer*in
Datierung
Historische Datierung: Römische Kaiserzeit
Geografische Bezüge
Material / Technik
Gold (Material / Metall)
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 34,9 x 29,2 x 7,4 mm

Objektbeschreibung

Der Mondsichel-Anhänger, Lunula, ist auf der Öse mit der auf einer Kugel aufgerichteten Uräusschlange mit Sonnenscheibe verziert. Zu beiden Seiten der Schlange sind in Granulation aufgetragene Kügelchen an dem Öse-Rand zu sehen. Des Weiteren schmücken unterhalb der Uräusschlange Voluten aus doppeltem Golddraht und granulierten Goldkügelchen, die die Gestalt der Ranken mit Weintrauben bilden, den sichelförmigen Anhänger. Die Darstellung einer Uräusschlange mit Sonnenscheibe an solch einem Mondsichel-Anhänger ist jedoch eine Weiterentwicklung des Typus, der erst ab der Zeit des Kaisers Antoninus Pius (ca. 138–161 n. Chr.) auftaucht. Die darunter befindlichen Weinranken und -trauben weisen auf Osiris hin, der im griechisch-römischen Ägypten aufgrund des ähnlichen Mythos der Auferstehung nach dem Tod mit dem hellenistischen Gott Dionysos in Verbindung gebracht wurde. Mit dem Gleichsetzungsversuch übernahm Osiris in der Rolle des mythischen Herrscher Ägyptens und Wohltäters der Menschheit häufig die dionysischen Attribute.
Die Lunulae-Anhänger waren in Ägypten bereits seit dem Neuen Reich wegen ihrer apotropäischen Funktion bekannt. Sie dienten Müttern und Kindern zum Schutz. Im Hellenismus verbreiteten sich derartige Anhänger um den gesamten Mittelmeerraum; sie wurden in dieser Epoche auch von Männern getragen. Auch Tiere wurden während dieser Zeit mit solchen Anhängern geschmückt. Ab der zweiten Hälfte des 1. Jh. n. Chr. jedoch, mit dem erneuten Aufkommen der sichelförmigen Anhänger in der Römischen Zeit, sind sie wieder nur auf Mumienporträts und als Halsschmuck bei Mumien von Frauen und Kindern zu finden. Die bildlichen Darstellungen der Lunulae auf den Mumienporträts dienen als Quellen für das Verständnis der Tragweise des Schmucks sowie ihrer Träger. Umgekehrt geben die archäologisch belegten Mondsichel-Anhänger uns Hinweise auf die genaue Gestaltung und Herstellung des Schmucks.
(I. Liao nach Helmbold-Doyé, J. / Jancziak, J., Luxus, in: Finneiser, K. / Helmbold-Doyé, J. / Jancziak, J. / Zorn, O., Alltag – Luxus – Schutz. Schmuck im Alten Ägypten. Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin, 27. September 2014 - 31. Mai 2015, Berlin 2015, S. 45ff.)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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