Logo

Einseitig bemaltes Ostrakon mit Darstellung einer Frau mit Sistrum und Menit vor einer Gans des Gottes Amun

Ident. Nr.: ÄM 3307

ObjID: obj:606419

Details (Expert)

Beteiligte
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938)
Datierung
18. Dynastie
Datierung engl.: 18th Dynasty
Weitere Titel
Sammlungstitel: Einseitig bemaltes Ostrakon mit Darstellung einer Frau mit Sistrum und Menit vor einer Gans des Gottes Amun
Übersetzung: Ostracon depicting a woman holding a sistrum and menit in front of a goose
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 11,1 x 15,1 x 1,8 cm

Objektbeschreibung

Das Ostrakon zeigt eine Frau, die in der rechten Hand ein Sistrum hält und in ihrer linken ein Menit mit Halskragen. Das zeichnet sie als Sängerin des Gottes Amun aus, den sie in Gestalt der Gans verehrt. Die Zeichnung auf dem Ostrakon ist relativ schlicht. Die roten Umrisslinien der Skizze sind teilweise deutlich sichtbar und heben sich von den schwarzen Umrandungen der späteren Ausführung ab. So sollte beispielsweise das Kleid ursprünglich mit Ärmeln ausgestattet sein, wurde aber schließlich in ein Trägerkleid umgeändert.
(M. Jung)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper