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Kette bestehend aus vierzehn Skaraboiden in Gestalt von Igeln und verschiedenen Amuletten

Ident. Nr.: ÄM 3125

ObjID: obj:606454

Details (Expert)

Beteiligte
Francis Llewellyn Griffith (27.5.1862 - 14.3.1934),
Grabungsleiter*in
Datierung
Früh- bis mittelnapatanisch
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge: 23 cm

Objektbeschreibung

Stromab vom 4. Katarakt, in räumlicher Nähe zum Gebel Barkal und der königlichen Residenz von Napata, hat der englische Archäologe Francis Llewellyn Griffith im Rahmen der „Oxford Excavations in Nubia“ zwischen1912 und 1913 einen Friedhof mit mehr als 1600 Gräbern freigelegt. Es handelt sich dabei um den Platzeiner Bestattungsgemeinschaft, der das Spektrum einer privilegierten Stadt der früh- bis mittelnapatanischen Periode, einem Zeitraum zwischen 725 und 425 v. Chr., umfasst. Unter den über 5500 Beigaben dominieren Objekte, die dem Körperschmuck und zugleich dem Schutz des Körpers zugerechnet werden können.
Dazu zählen auch Ketten, die modern aufgefädelt sind. Diese fanden sich in rechteckigen Ziegelgräbern, dem häufigsten Typ des Friedhofes, zusammen mit Individuen, die auf dem Rücken lagen. Diese Position ist für gut drei Viertel der Verstorbenen verzeichnet.
In Grab 11 lag direkt neben dem rechten Unterschenkel eine Ansammlung von Objekten, die möglicherweise auf eine Deponierung in einem Säckchen oder Kästchen ausorganischem Material hindeutet, wobei das Behältnis heute nicht mehr erhalten ist. Der Inhalt jedoch lässt eine Art Schmuck- oder Schatzkästchen vermuten, in dem Ringe, Ketten, Ohrringe und ein Salblöffel aufbewahrt wurden. Dazu gehören auch die Anhänger, die heute zu einer Kette aufgefädelt sind. Diese besteht ausvierzehn Skaraboiden in Gestalt von Igeln mit glatten Unterseiten, dem Figürchen einer Ente, einem Hathorkopf, einer unbekannten Göttin, einem Harpokrates, einer Hand, einem Pataeken, einem Papyrusstengels, einer stehenden Sachmet, einem Lotosblütenzepter bekrönt von einer Schlange, dem hockenden Gott Schu mit erhobenen Armen, einer Sau sowie einer Perle in länglicher Tonnenform. Alle Kettenglieder sind aus gelber, hellblauer sowie grünlicher und roter Fayence gefertigt. Bei der Fayence handelt es sich mit fast 1000 Belegen bei weitem um das beliebteste Material für Amulette und Perlen aus dem gesamten Friedhof, von denen die Götteramulette generell nahezu ausschließlich aus diesem Material hergestellt wurden. Am häufigsten sind Götter nachgewiesen, die dem Bereich der Fruchtbarkeit zugeschrieben werden können. Herausragend dabei sind Pataeken, eine von Ptah abgeleitete Gottheit in Zwergengestalt, die sich zu dieser Zeit in Ägypten und Nubien einer besonderen Beliebtheit erfreute. Ein anderes Beispiel sind Sau-Amulette, von denen insgesamt über vierzig in Sanam nachgewiesen sind. Diese verkörpern Nut als Sau mit ihren Ferkeln und stehen zugleich als Garanten für die Fruchtbarkeit. Hathorkopf-Amulette hingegen repräsentieren eher einen Schutzaspekt. Diese fanden sich verstärkt bei Jugendlichen. Unsicher bleibt ein daraus abzuleitender Hinweis auf das Alter des Verstorbenen, denn andere Amulette, wie die Sau, wurden sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen gefunden. Die insgesamt nur in drei Exemplaren belegten Enten-Amulette fanden sich ebenfalls bei Jugendlichen und Erwachsenen. Neben den Götteramuletten sind Tieramulette generell am häufigsten, ebenso wie solche mit Udjat-Augen, die auf dieser Kette fehlen, jedoch innerhalb des Grabinventars vorhanden sind.
(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Jochgehänge aus Perlen mit aufgemalten Udjat-Augen

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Die dicke und schwere Perlenkette unterteilt sich in 11 Perlen mit Udjataugen-Bemalung und 24 Perlen mit der Darstellung jeweils einer Iris mit Pupille (so genanntes Fischauge). Eine weitere Perle tritt singulär auf und stellt ein Anch-Zeichen („Leben“ und „Macht“) zwischen zwei Was-Zeptern auf der einen und einen Djed-Pfeiler („Stabilität“ und „Macht“) umgeben von zwei Was-Zeptern auf der anderen Seite dar. Die Kette wurde im Stall des Hauses N 51.3 gefunden und von Ludwig Borchardt als eventueller „Pferdeschmuck?“ bezeichnet. Nach Ulrich Hofmann handelt es sich um ein Jochgehänge, welches in der Keilschriftkorrespondenz mit dem Fürsten Tuschratta als „maninnu sa sisi“ („Kette für Pferde“) bezeichnet wird. Eine große Rolle spielte bei diesem Objekt die symbolische Funktion des Auges, das den Träger, in diesem Falle das Pferd, schützen und ihm Gesundheit schenken sollte. Als gesichert kann dabei die moderne Rekonstruktion mit den aneinandergereihten so genannten Udjataugen gelten. Dabei handelt es sich im übertragenen Sinn um das Auge des Horus, welches ihm gewaltsam von seinem Widersacher Seth entfernt worden war. Im Mythos heilt der Mondgott Thot das Auge, weshalb es als „udja“ – „gesund/heil“ bezeichnet wird. Seither wurde es als Schutz- oder Heilamulett getragen. Die Iris mit Pupille ist hingegen ein selteneres Motiv. Zum Schutz ihres Inhalts erhielten z. B. Glasgefäße ein derartiges Augenmuster, was aber vermutlich schlicht aus der einfachen Herstellungsweise resultiert. Runde Kreise waren weniger aufwendig in Glas zu fertigen als die vielen Biegungen des Horusauges. Fragmente solcher Gefäße sind im Ägyptischen Museum Berlin mit den Nummern ÄM 22091, 25558, 36762 und 36772 vertreten. Die Perle mit den Darstellungen des Anch, des Was-Zepters und des Djed-Pfeilers sollte dem Träger hingegen Lebendigkeit, Macht und dauerhafte Stärke verleihen, was für ein im Krieg eingesetztes Pferd unabdingbar war. Somit bildete das Jochgehänge nicht nur einen ansehnlichen Schmuck, der an der Seite des Pferdegeschirrs befestigt war, sondern war gleichermaßen ein Schutzamulett, welches den Träger und somit auch seinen Herrn stärken und ihm Macht verleihen sollte.Aus: Weber, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 214 (Kat.-Nr. 12).

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